Hauptort des gleichnamigen Kantons, bietet einen unvergleichlichen Blick auf die Alpen und den Jura; seine circa 35.000 Einwohner sprechen meist Französisch und verstehen sich als Kinder eines sonnigen, unkonventionellen und feierfreudigen Landes.
Jeden Sommer gibt Neuchâtel zahlreichen Straßenkünstlern im farbenfrohen Busker’s Festival Raum, feiert seine kulturellen Wurzeln mit dem Festival du Théâtre Populaire Romand und im September explodiert die Stadt bei den Weinlesefesten. Sehr angenehm und durchdacht ist die Stadtplanung, mit Wohnvierteln, die am Hang des Chaumont liegen, und den Denkmalzonen, die sich zwischen See und Hügel konzentrieren. Für die Besichtigung empfiehlt es sich, vom Seeufer aus zu starten, wo auch die Parkplätze sind, und durch die rue de l’Hôtel de Ville in die Altstadt zu gehen, die mit prestigeträchtigen Gebäuden wie dem Theater aus dem 18. Jahrhundert, dem Hôtel Communal, einem ehemaligen Waisenhaus ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert, und an der Ecke mit der rue de l’Hôpital dem mächtigen neoklassizistischen Rathaus glänzt. Ebenfalls an dieser Straße, einer der Hauptadern der Altstadt, befindet sich der wunderschöne Fontaine de la Justice von 1547 mit seiner eindrucksvollen Allegorie der verschiedenen Machtarten (Papst, Sultan, Kaiser und Bürgermeister). Doch das Herz des alten Neuchâtel schlägt am Place des Halles, dominiert von der Maison des Halles, einem prächtigen Gebäude aus dem 16. Jahrhundert mit verspielten Erkern, die von Spitzen gekrönt sind: einst befanden sich im Erdgeschoss der Kornmarkt und im ersten Stock der Stoffmarkt. Hat man die charakteristische Kreuzung Croix-du-Marché erreicht, kann man den Pfad nehmen, der sanft den Hügel hinaufführt, auf dem Schloss und Kathedrale stehen. Das Schloss hat seinen Ursprung im 11. Jahrhundert und zeigt trotz umfangreicher Umbauten Anfang des 20. Jahrhunderts noch immer Ecktürme, gekreuzte Fenster und einen beeindruckenden Wehrgang auf Konsolen. Die Kathedrale wurde im 12. und 13. Jahrhundert erbaut; ursprünglich katholisch, nahm sie 1530 die Reformation an. Außen ist sie eine harmonische Verbindung romanischer, gotischer und burgundisch-gotischer Linien und Formen, und einer ihrer beiden Türme stammt sogar aus dem 19. Jahrhundert. Innen ist sie von drei Schiffen gegliedert, und im Presbyterium sticht die wunderschöne Skulpturengruppe des Grabdenkmals der Grafen von Neuchâtel hervor, den ehemaligen Herrschern.

