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Kulinarische Traditionen des angloamerikanischen Osterfests

Ostern im Vereinigten Königreich hat eine Reihe origineller und köstlicher kulinarischer Traditionen hervorgebracht. Obwohl Großbritannien nicht für seine Küche oder besonders herausragende Gerichte bekannt ist, gibt es gerade zu Ostern einige bemerkenswerte Süßspeisen-Traditionen.

Antonio Camera
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Ostern im Vereinigten Königreich hat eine Vielzahl origineller und appetitlicher Köstlichkeiten und kulinarischer Rituale hervorgebracht. Obwohl Großbritannien weltweit nicht gerade für seine Küche oder besonders herausragende Gerichte bekannt ist, gibt es gerade zu Ostern, insbesondere bei Süßspeisen, einige Traditionen, die erwähnenswert sind.

Es ist angebracht, diese kulinarische Reise im Vereinigten Königreich mit den beliebten und unverzichtbaren Ostereiern zu beginnen, die strikt aus Schokolade bestehen und inzwischen weltweit verbreitet sind.
Eier sind per Definition ein Symbol für Fruchtbarkeit, für neues Leben, das in die Welt tritt, und stehen deshalb für Licht, Hoffnung, Erneuerung und Wiedergeburt.

Früher wurden in Großbritannien hartgekochte Eier ausgetauscht und verzehrt, die in verschiedenen Farben und Mustern bemalt waren. Heute sind diese durch die moderneren und schmackhafteren Schokoladeneier ersetzt worden, die besonders die kleinen Kinder erfreuen. Die Schokoladeneier sind meist zusätzlich mit Süßigkeiten gefüllt. Der Tradition nach machen sich Kinder auf die Suche nach diesen farbenfrohen Eiern, die vom schlauen Osterhasen geschickt im Haus und oft auch im Garten versteckt werden.
Britischen Kindern wird erzählt, dass der Osterhase sie mit Schokoladeneiern belohnt, wenn sie sich gut benehmen.

Im Vereinigten Königreich gibt es verschiedene Spiele mit Eiern: Ein Spiel besteht darin, Eier gegeneinander oder eine abschüssige Fläche hinunterrollen zu lassen. Gewonnen hat, wessen Ei am längsten unbeschädigt bleibt.
Eine ähnliche Variante sieht vor, dass jeder Mitspieler ein Ei in der Handfläche hält und es gegen das eines Gegners schlägt. Wer zuerst das kaputte Ei hat, verliert. Dieses Spiel ist besonders im Norden Englands verbreitet, wo auch die Tradition besteht, Eier eine abschüssige Fläche hinabrollen zu lassen und den Erfolg daran zu messen, wie weit sie rollen.

In vielen Regionen Englands ziehen zudem Kinder von Haus zu Haus und bitten um Eier für das Osteressen.
In anderen Gegenden suchten die Kinder zwar nach Eiern, aber nur zum Spielen. Diese Eier wurden gekocht und mit Saft aus Kräutern und Blumen gefärbt. Anschließend gingen die Kinder hinaus aufs Feld, rollten die Eier wie Kegel oder warfen sie wie Bälle in die Luft.

Eine kulinarische Spezialität sind die sogenannten Hot cross buns (warme Brötchen mit Kreuz), die früher ausschließlich am Karfreitag gegessen wurden. Heute dagegen isst man sie während der gesamten Osterzeit.
Es handelt sich um gesüßte Brötchen mit Sultaninen, Johannisbeeren oder kandierten Früchten, die vor dem Backen auf der Oberfläche mit einem Kreuz eingeschnitten werden. Nach dem Backen wird das Kreuz mit einer besonderen Zuckerglasur verziert.
Kinder singen oft Reime, während sie auf die Hot cross buns warten, in denen sie die Erwachsenen bitten, ihnen ihre Süßigkeiten zu geben, falls ihnen diese nicht schmecken.

Eine weitere typische Leckerei ist die Simnel-Torte, mit der die Fastenzeit endgültig gebrochen wird.
Dabei handelt es sich um einen weichen, krümeligen Kuchen, ähnlich einem Rührkuchen, der mit einer knusprigen Kruste überzogen ist, die aus Wasser und feinem Mehl besteht und durch Safran eine gelbe Farbe erhält.
Gefüllt ist der Kuchen mit kandierten Zitronenschalen und Trockenfrüchten. Der Legende nach heißt der Kuchen “Simnel”, weil er aus den Namen eines Ehepaars, Simon und Nelly, abgeleitet wurde, die mit übrig gebliebenem Fastenteig, Pflaumenpudding und ein paar während eines Streits zerbrochenen Eiern diese einfache Nachspeise erschufen.

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