Nationalgalerie von Apulien „Girolamo und Rosaria Devanna“, Bitonto ⋆ FullTravel.it

Nationalgalerie von Apulien „Girolamo und Rosaria Devanna“, Bitonto

Galleria nazionale della Puglia "Girolamo e Rosaria Devanna"
Redazione FullTravel
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Die Bedeutung des aufstrebenden Museums liegt in der Besonderheit seines Bestands, der sich – aufgrund des starken Anteils ausländischer Künstler – als ein eigenwilliges, neues und anregendes Kulturangebot im Vergleich zu den traditionellen Präsentationen vieler italienischer Kunstmuseen darstellt, die meist in starker und nahezu ausschließlicher Verbindung mit ihrer jeweiligen Region stehen. Besonders interessant ist das Vorhandensein von Skizzen und Vorstudien, Kopien und Repliken, die für eine erst vor Kurzem entstandene Sammlung typisch sind und gänzlich vom Antiquitätenmarkt stammen. Gerade bei den religiösen Themen der großen gegenreformatorischen Malerei sind diese wertvolle Träger von Erkenntnissen und Vertiefungen in der Kunstgeschichte. Kostbar ist der Bestand an Zeichnungen, darunter Tinten, Pastelle, Kreide-, Bleistift- und Rötelzeichnungen, Aquarelle auf Papier oder Pergament, von italienischen und europäischen Künstlern, datierbar zwischen dem 16. und Beginn des 20. Jahrhunderts. Bereits veröffentlichte wissenschaftliche Studien, die Katalogisierung und die Arbeiten am Kurzführer zeugen von der großen Vielfalt und Komplexität des Bestands, wie sie sich im aktuellen Forschungsstand präsentiert. Gleichzeitig ist vorgesehen, neue Überlegungen und Beiträge zu fördern und zu entwickeln, die auf mehrere Forscher und Spezialisten ausgeweitet werden, um systematisch die vielen noch offenen Fragen bezüglich Zuschreibung, nicht identifizierter ikonografischer Themen, Chronologien und Kulturkreise, bei denen eine genauere Definition aussteht, zu bearbeiten. Das museale Einrichtungskonzept versuchte die Wahrnehmung und den Charakter einer Privatsammlung zu erhalten und den roten Faden sichtbar zu machen, der über die Jahre den Stifterinnen und Stiftern Käufe, Tauschaktionen und Entdeckungen nahelegte. So sollten verschiedene Erkenntnispfade vorgeschlagen werden, die jeweils rund um die Kunstwerke Neugier, Wissensdurst, Vertiefungslust, Experimentierfreude und Anreize zum erneuten Museumsbesuch wecken. Der Rundgang, unterteilt in fünf Abschnitte vom 16. bis zum 20. Jahrhundert, umfasst etwa 170 Gemälde nach überwiegend chronologischen, aber auch nach kontextuellen Kriterien der einzelnen Werke. Außerhalb des Rundgangs befindet sich ein reizvoller kleines Fragment einer Tafelmalerei mit einem Kopf einer Heiligen, als Spende erhalten und mündlich von Federico Zeri dem Maler Giovanni da Rimini aus dem 14. Jahrhundert zugeschrieben – jedoch durch die elegante Linienführung moderner als der archaische Gotizismus Giovannis. Dennoch unterstreicht es den Sammlungswert der Primitiven Kunst Italiens. Das 16. Jahrhundert ist mit Künstlern wie Veronese, El Greco und Giovan Filippo Criscuolo vertreten. Das Jahrhundert beginnt mit einer kleinen Gruppe von Ikonen kretischer Maler, die auf die Zirkulation von Werken und Meistern nach dem Fall Konstantinopels an die Türken 1453 und die darauffolgende Maler-Diaspora in der Ägäis zurückzuführen sind; doch das Bestandscorpus dehnt sich auch in Richtung Mittel- und Norditalien sowie über die Alpen hinweg aus, wie das Portrait des Heiligen Karl Borromäus von Giovanni Antonio Figino und der Johannes der Täufer von dem Flamen Jan Soens zeigen. Die Sammlung präsentiert zudem einige schöne Beispiele venezianischer Malerei mit einem Herrenporträt, das aufgrund seiner außerordentlichen Qualität an das glänzende Kapitel der Porträtmalerei im Umkreis Tizians erinnert, sowie das Ecce Homo von Leonardo Corona. Die „zwei goldenen Jahrhunderte“ der großen barocken Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts sind hervorragend repräsentiert. Neben Artemisia und Orazio Gentileschi, Beinaschi, Lanfranco sind auch die schöne Tafel mit Christus verspottet, Bernardino Mei zugeschrieben, die Vorstudien und Skizzen, wie das Modell für den Altar von Poussins Martyrium des hl. Erasmus für St. Peter, das Martyrium des hl. Laurentius von Le Sueur für das große Altarbild, einst in der Kirche Saint-Germain L’Auxerrois in Paris, heute in der Buccleuch and Queensbury Collection, Petrus wird aus dem Gefängnis befreit von Vouet, von einem verlorenen Original, mit einer späteren Version von Chrestien verbunden, sowie Antonius und Paulus der Einsiedler, durch einen Raben gespeist, von Francesco Fracanzano zu nennen. Hinzu kommen Porträts von Baglione, Miel, Voet und eines, das Velázquez zugeschrieben wird, Stillleben und mythologische Szenen. Das 18. Jahrhundert, mit der großen neapolitanischen Schule – vertreten u.a. durch De Matteis, De Mura, Falciatore, Giaquinto, Giacinto Diano und Sebastiano Conca – zeigt zudem D’Anna und Mariano Rossi, Narici mit einer Skizze für den Altar von Marcianise, Batoni, Milani mit einer Studie für den Tod des Usa. Besonders ist die Öffnung zur großen europäischen Kultur mit Melendez und Lorenzo Tiepolo, Füssli, Hamilton, Gros, Delacroix, von Lenbach, Winterhalter. Ebenso einzigartig ist der Bereich der Malerei zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert, in dem sich neben französischen, deutschen, englischen und dänischen Bildern eine bedeutende Anzahl vor allem süditalienischer Werke findet, mit besonderem Augenmerk auf neapolitanische und apulische Künstler, einem Bereich, dem erst seit wenigen Jahrzehnten die verdiente Aufmerksamkeit der Forschung zuteilwird: von Gioacchino Toma über Giuseppe De Nittis, Domenico Morelli, Giuseppe Casciaro und Francesco Netti bis zu Federico Rossano, Francesco Speranza, Salvatore Fergola, Michele Cammarano, Mancinelli und schließlich die zahlreichen Zeichnungen. Im Bereich zeitgenössische Kunst, neben Bernard, De Carolis, Sartorio, Marasco, finden sich die besonderen Beiträge von Joseph Stella und Beatrice Wood, deren Schenkung fünf Aquarelle und Pastelle umfasst, die das Interesse der Sammler an der amerikanischen Kultur widerspiegeln. Für die Zeichnungen, die eine andere Form der Nutzung und Sicherung erfordern, und für die derzeit nicht ausgestellten Gemälde wurden besondere Räume mit geeigneten Schubladen zur sachgemäßen Aufbewahrung, zur Einsichtnahme und zum Studium vorgesehen; dazu Computerarbeitsplätze zur Recherche in der Gesamtdatenbank sowie entsprechend ausgestattete und besuchbare Depots.

Informationen zur Nationalgalerie der Apulien “Girolamo e Rosaria Devanna”

Via Giandonato Rogadeo, 14
03029 Bitonto (Bari)
0803716184

https://www.gallerianazionalepuglia.beniculturali.it
Quelle: MIBACT

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