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Santo Domingo: dominikanischer Karneval

Die Lebendigkeit der Dominikanischen Republik zeigt sich am besten während der Karnevalszeit, wenn jeden Sonntag im Februar das größte und farbenprächtigste Fest ausbricht. Der Dominikanische Karneval gipfelt dann in den Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitsjubiläum, einem weiteren besonders bedeutsamen Moment für das dominikanische Volk.

Anna Bruno
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Wie wichtig die Ursprünge und die Geschichte der Einheit dieses Volkes sind, ist allgemein bekannt. Aus diesem Grund mündet der Dominikanische Karneval nach den Tänzen, Umzügen, Masken und der Musik natürlich in Veranstaltungen zur Erinnerung an die Unabhängigkeit der Dominikanischen Republik.
Der Karneval ist ein Ereignis, an dem hart gearbeitet wird, aber immer unter dem Zeichen von Fröhlichkeit und Lebendigkeit, angefangen in Santo Domingo, bis hin zu San Cristobal, Samaná, La Vega: praktisch in jeder Stadt findet eine Feier statt, die sonntags die Herzen der Dominikaner während des gesamten Februars erwärmt. Einer Legende nach ist der dominikanische Karneval der älteste der Welt: Die erste Ausgabe soll auf das Jahr 1520 zurückgehen und zeichnet sich seitdem durch die Schaffung der zwei Hauptmasken aus: den diablo cojuelo und den Robalagallina.
Der diablo cojuelo (also der hinke Teufel) zieht mit seiner vejiga, einer aufgeblasenen und an einer Schnur befestigten Kuhblase, gnadenlos durch die Straßen und schlägt auf die Vorbeigehenden ein. Seine Maske mit den langen Hörnern, halb schaurig, halb burlesk, ist ein deutlicher Widerhall der fernen mittelalterlichen Tradition, in der das Böse grotesk dargestellt wurde, um die Angst zu bannen.
Der Ursprung des Robalagallina ist dagegen etwas jünger und lässt sich auf die ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts datieren. Entstanden in La Vega, weil ein Soldat, der eine Henne gestohlen hatte, symbolisch mit Federn bedeckt und verprügelt wurde, wurde diese Maske zu einem immer aufwendigeren Kostüm, das jedoch seinen spielerischen Geist bewahrte, so dass es von Gruppen von Jugendlichen begleitet wird, die auf der Straße rufen: “Roba la gallina! Palo con el!” (= “Raub die Henne! Schlag ihn!”), in Erinnerung an das Ereignis, das angeblich Ursprung der Maske ist.
Auch deshalb ist der berühmteste dominikanische Karneval ohne Zweifel der von La Vega, eine Veranstaltung, die so wichtig für die Teilnahme und die wirtschaftliche Wirkung ist, dass das dominikanische Parlament sie zum nationalen Folkloreerbe erklärt hat. Aber im ganzen Land wird der Karneval sehr gefühlt: Es gibt insgesamt 13 offizielle Karnevale, jeder mit seinen eigenen Besonderheiten, und es ist wirklich unmöglich, dieser vergnüglichen Feier voller Fröhlichkeit gleichgültig zu bleiben. Erwachsene und Kinder lassen sich mitreißen in diesen Strudel von Ereignissen, in denen Kunst, Kultur, Religion und Volksbräuche verschmelzen und eine absolut einzigartige Atmosphäre schaffen, in der jeder Dominikaner seine Herkunft erkennt und das Zugehörigkeitsgefühl zu seinem Volk wiederfindet. Die Abschlussparade des Karnevals findet am letzten Sonntag im Februar statt, wenn konventionsgemäß an die nationale Unabhängigkeit erinnert wird, deren offizielles Jubiläumsdatum der 27. Februar 1863 ist. Zu diesem großen und wichtigen Ereignis kommen alle städtischen Delegationen nach Santo Domingo und viele Menschen aus den Städten der offiziellen Karnevale. Ein großes gemeinsames Fest, das zwischen der spielerischen und genussvollen Tradition und der historischen Erinnerung liegt.

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