Das Museum der Vorgeschichte zeichnet sich in der regionalen Museumslandschaft durch die Originalität der Inhalte und die tiefen Verbindungen aus, die es zu einem unvergleichlichen Territorium hinsichtlich der natürlichen und archäologischen Besonderheiten herstellt. Es ist in drei große Ausstellungsbereiche unterteilt, die sich jeweils mit Themen beschäftigen, welche mit der Entwicklung der Vorgeschichte verbunden sind. Hierbei werden naturkundliche Sammlungen durch paläontologische, prähistorische und archäologische Kollektionen ergänzt: „Ursprung des Territoriums“ (Geologie, Paläontologie und Karstphänomene der Bologneser Gipsformationen), „Ursprung und Evolution des Menschen“ (vom Paläolithikum bis zur Bronzezeit), „Die Villanova-Kultur“ (Giovanni Gozzadini und die Entdeckung der Nekropole von Caselle) – die originalen Fundstücke und lebensgroße dreidimensionale Rekonstruktionen nahtlos abwechseln, um den Besuchern mit Kommunikationskraft und Direktheit Menschen und verlorene Umgebungen näherzubringen. Ergänzend zur Ausstellung existiert seit 2008 im angrenzenden Park der Preistopark, ein Lehrpfad, der sich auf die großen ausgestorbenen Tierarten konzentriert, die während der letzten Eiszeit den Apennin bevölkerten. Dem Andenken an Luigi Donini, einen aus Bologna stammenden Höhlenforscher, der mit der Goldmedaille für zivile Tapferkeit ausgezeichnet wurde, verdankt das Museum seine Existenz als natürliche Ausdrucksform eines geographischen Gebietes, das bereits im letzten Jahrhundert von herausragenden Forschern der Paläontologie und Vorgeschichte erforscht wurde und in der Literatur durch berühmte Fundstätten wie die Farneto-Höhle oder die Nekropole von Caselle bei Villanova bekannt ist, von der der Name der wichtigsten italienischen Kultur der frühen Eisenzeit stammt. Im Erdgeschoss wird die „Geschichte“ des Gebiets durch Fossilien, Mineralien und Gesteine aus den geologischen Formationen, die die heutige Landschaft des Apennin bei Bologna prägen, erzählt und hebt dabei die natürlichen Besonderheiten hervor. Die lebensgroße Rekonstruktion eines Höhlenumfelds ermöglicht eine genaue Beobachtung der verschiedenen Aspekte, die die Höhlen der Bologneser Gipsformationen einzigartig machen. Die imposanten dreidimensionalen Modelle in Originalgröße der großen ausgestorbenen Pflanzenfresser der letzten Eiszeit, die in ihrer natürlichen Steppe-Prärie-Umgebung dargestellt sind, dominieren die Mitte und den Hintergrund des großen Saals: das Steppenbison, der Riesenhirsch, die gefleckte Hyäne. Ein Schlüssel-Fundort zur Wiederbetrachtung dieser verschwundenen Umwelt ist die Grube Filo (Croara), die Knochen verschiedener Tiere aus der zweiten Hälfte der letzten Eiszeit (vor 25.000 bis 11.500 Jahren) freigelegt hat. Besonders bedeutend sind die Überreste von Bisons, die insgesamt die reichste Fundgruppe in Italien darstellen. Das Thema Ursprung und Entwicklung des Menschen wird im „Menschensaal“ durch großformatige Szenografien behandelt, die die Besucher in zeitlich und räumlich entfernte Momente und Orte versetzen. In der imposanten Galerie der Ahnen sind einige Figuren von Hominiden des Typs Australopithecus in einer Savannenlandschaft platziert. Im Zentrum des Saales kann man einen Tag vor 200.000 Jahren mit einer Gruppe von Homo erectus nacherleben, dargestellt in typischen Subsistenzaktivitäten. Zwei weitere Rekonstruktionen rahmen den Abschnitt ein, der die archäologischen Zeugnisse des Gebiets zwischen 120.000 und 6.500 Jahren behandelt, wobei die Figuren des Neandertalers und des modernen Menschen neu interpretiert werden. Schließlich führt das Modell einer Villanova-Hütte den Besucher in den Bereich der Eisenzeit im ersten kleinen Raum im Erdgeschoss. Zur Dokumentation der Entwicklung dieses wichtigen kulturellen Aspekts, Vorläufer der etruskischen Zivilisation, werden einige Gräber mit vollständiger Grabbeigabe aus verschiedenen Orten der Ebene und der Hügel von Bologna gezeigt. Hervorzuheben ist eine Gruppe von Gräbern in Caselle (San Lazzaro), die der verbliebene Teil der 1853 von Giovanni Gozzadini hinter der Kirche S. Maria delle Caselle entdeckten Nekropole sind, die einer bis dahin in Italien unbekannten Kultur zugeordnet wurde und deren Name Villanoviana von seinem großen Landgut stammt. Im Preistopark, dem Mittelpunkt des Außenausstellungspfades, befinden sich lebensgroße dreidimensionale Rekonstruktionen von Mammuthus primigenius (Mammut), Coelodonta antiquitatis (Wollnashorn), Panthera leo (Höhlenlöwe) und Ursus speleo (Höhlenbär), die mit ihrer majestätischen Erscheinung eine außergewöhnliche Botschaft über diese ausgestorbenen Lebensformen vermitteln.
Informationen zum Museum der Vorgeschichte „Luigi Donini”
Via F.lli Canova, 49,
40068 San Lazzaro di Savena (Bologna)
051465132
museodonini@libero.it
Quelle: MIBACT

