Man kann problemlos mit dem Trinity College im südöstlichen Dublin beginnen, mit der fabelhaften Old Library, einer renommierten Bibliothek nicht nur Irlands, die unersetzliche illuminiert Handschriften bewahrt, wie das Evangeliar von Durrow, das auf die Mitte des 7. Jahrhunderts n. Chr. zurückgeht.
Im spektakulären Long Room, der 64 Meter lang ist, befinden sich etwa 200.000 antike Texte, Marmorbüsten und die älteste erhaltene gälische Harfe in Irland. Ein echtes Highlight ist auch das Book of Kells, ein besonders kunstvoll illuminiertes Manuskript, das wahrscheinlich von Mönchen aus Iona, einer kleinen schottischen Insel, erstellt wurde, die sich 806 n. Chr. in Kells vor einem Wikingerüberfall in Sicherheit brachten. Es gilt als eines der schönsten Manuskripte weltweit, enthält die vier Evangelien auf Latein und wurde 1600 ins Trinity College gebracht.
In diesem Teil von Dublin befinden sich auch die National Gallery, 1864 eröffnet, die über zweitausend Meisterwerke irischer, englischer, italienischer, französischer und flämischer Künstler aus allen Epochen sammelt. Und das National Museum, mit einer bedeutenden Sammlung von Artefakten (z. B. der Ardagh-Kelch, 800 n.Chr.), die von der Steinzeit bis heute reicht.

Im Uhrzeigersinn kann man in den südwestlichen Teil Dublins gelangen, wo die St. Patrick’s Cathedral, die größte Kirche Irlands, vom frühen Mittelalter stammt (der Legende nach wurde sie nahe einem heiligen Brunnen errichtet, an dem der Heilige etwa 450 n. Chr. die Bekehrten taufte). Das Innere wird von einem prächtigen Chor mit Wappen und Stühlen mit den Zeichen der Ritter von St. Patrick gegliedert. Die Kathedrale beherbergt außerdem die größte und mächtigste Orgel Irlands sowie Denkmäler zu Ehren des Schriftstellers Jonathan Swift und anglo-irischer Adelsfamilien.
Ebenfalls im südwestlichen Bezirk befinden sich das Dublin Castle, eine mächtige anglo-normannische Burg (13. Jahrhundert), die sechs Jahrhunderte lang Symbol der englischen Herrschaft war, und die Christ Church Cathedral, heute die Kathedrale der Protestanten, die von den anglo-normannischen Eroberern zwischen 1172 und 1220 errichtet wurde, erhöht über dem Fluss Liffey. Ihr heutiges Aussehen stammt von Restaurierungen aus den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts. Im nördlichen Teil der Stadt findet man schließlich die O’Connell Street (eine Art dublinesische Buenos Aires Allee), die lebhafteste und wichtigste Straße Dublins, geprägt von einem faszinierenden Mix aus Baustilen und Denkmälern zu berühmten Iren. Und die Custom House, das ehemalige Zollgebäude, heute Sitz von Regierungsbehörden, dessen großartige Fassade im georgianischen Stil sich im Liffey spiegelt.

Aber Dublin ist nicht nur Kirchen, Straßen und Gebäude, es ist auch Unterhaltung: Die besten Lokale liegen nah beieinander und bilden eine richtige Ausbruchstour. Der Stadtteil Temple Bar allein bietet zum Beispiel unzählige Vergnügungsmöglichkeiten, hier verstecken sich ausgezeichnete Restaurants mit mittleren Preisen, neben traditionellen Pubs gibt es trendige und alternative Bars; kleine Theater und das Irish Film Centre. Tanzlokale und Discos ermöglichen schließlich Musik von Country bis Disco Dance.
In Temple Bar sind im Sommer auch Straßen-Theateraufführungen eine feste Einrichtung. Der dublinische Spaß endet hier aber nicht; wer interessiert an anspruchsvollem Theater und Dramen ist, kann das Programm des Abbey Theatre nördlich des Liffey besuchen oder das Gate Theatre im selben Stadtteil, wo auch Werke ausländischer Künstler gezeigt werden.

Symphonik-Liebhaber können die prestigeträchtigen Spielzeiten des National Symphony Orchestra verfolgen, das in der National Concert Hall auftritt. Für die unverbesserlichen Pub-Fans sind McDaid’s im Südosten, das trotz großer Besucherströme sein ursprüngliches bohèmehaftes Ambiente bewahrt hat, und das Stag’s Head im Südwesten, ein prachtvoller viktorianischer Pub mit langer Mahagonitheke, Spiegeln und originalen Buntglasfenstern, unverzichtbare Stationen.


