Kalabrien ist eine Region, die mit sehr unterschiedlichen Landschaften überrascht. Innerhalb weniger Kilometer wechselt man von weißen Stränden und klarem Wasser zu bewaldeten Bergen, malerisch gelegenen Dörfern und Städten voller historischer Zeugnisse. Die Lage zwischen dem Tyrrhenischen und dem Ionischen Meer ermöglicht es, jeden Tag eine andere Kulisse zu wählen: entspannte Tage am Strand lassen sich mit Ausflügen in die Natur abwechseln – ganz gleich, ob man einen Abenteuerurlaub oder All-inclusive-Feriendörfer in Kalabrien bevorzugt, die besonders praktisch sind, um einen Urlaub zu verbringen, ohne jedes Detail des Tages planen zu müssen.
Einen Urlaub in dieser Region zu organisieren bedeutet, ein Reiseziel zu entdecken, das noch eng mit seinen Traditionen verbunden ist. Die kalabrische Küche, die Gastfreundschaft der Einheimischen, lokale Feste und die Ausblicke auf das Mittelmeer machen den Aufenthalt besonders faszinierend. Von der Costa degli Dei bis zur Riviera dei Cedri, über die Sila und den Aspromonte, gibt es zahlreiche Möglichkeiten für Paare, Familien und Freundesgruppen.
Die passende Küste für den eigenen Urlaub wählen
Die tyrrhenische Küste ist vermutlich der bekannteste Teil Kalabriens. Orte wie Tropea, Capo Vaticano, Pizzo und Scilla ziehen Besucher mit ihren beeindruckenden Stränden, kristallklarem Wasser und historischen Ortskernen mit Meerblick an. Die ionische Küste bietet hingegen eine ruhigere Atmosphäre, weite Sandstrände und zahlreiche familienfreundliche Ziele wie Soverato, Roccella Ionica, Isola di Capo Rizzuto und Marina di Sibari.
Die Wahl der Region richtet sich danach, welche Art von Urlaub man sucht. Die tyrrhenische Seite wird empfohlen, wenn man mehrere Orte besuchen und lebhafte Abende genießen möchte, während die ionische Küste für ihr entspanntes Tempo und ihre großzügigen Strände geschätzt wird. Beide Küsten bieten die Möglichkeit, Strandtage mit der Entdeckung archäologischer Stätten, kleiner Dörfer und Naturschutzgebiete zu verbinden.
Tropea und die Götterküste
Tropea ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Kalabriens. Die Altstadt liegt auf einem Felsen direkt über dem Meer und bietet spektakuläre Ausblicke auf die Küste und – an klaren Tagen – auf die Äolischen Inseln. Beim Schlendern durch die Gassen, vorbei an Adelspalästen und kleinen Läden, erreicht man verschiedene Aussichtspunkte, von denen man auf das Heiligtum Santa Maria dell’Isola blickt, das auf einem Felsvorsprung erbaut wurde.
Die Strände zu Füßen der Stadt zeichnen sich durch hellen Sand und türkis schimmerndes Wasser aus. Südlich davon liegt Capo Vaticano, berühmt für seine Buchten, Granitklippen und Küstenabschnitte, die nur auf dem Seeweg zu erreichen sind. Bootsausflüge geben die Möglichkeit, Grotten, abgelegene Buchten und besonders vielfältige Unterwasserlandschaften zu entdecken.
Die Götterküste umfasst außerdem Pizzo, bekannt für die aragonesische Burg und das traditionelle Tartufo-Eis, sowie Zambrone, geschätzt für seine weniger überlaufenen Strände. Diese Region eignet sich für einen Urlaub, der Baden, abendliche Spaziergänge und die Erkundung der lokalen Küche verbindet.

Scilla, Reggio Calabria und die Meerenge
Scilla ist ein Fischerdorf voller antiker Legenden und liegt direkt an der Straße von Messina. Der reizvollste Teil ist Chianalea, wo die Häuser scheinbar direkt aus dem Wasser aufsteigen. Die engen Gassen, Boote vor den Türen der Häuser und Fischrestaurants schaffen eine romantische Atmosphäre, die besonders bei Sonnenuntergang ihren Charme entfaltet.
Oberhalb des Ortes thront das Castello Ruffo, von dem aus man einen weiten Blick auf den Strand Marina Grande und die sizilianische Küste genießt. Der Schwertfisch aus der Meerenge ist eine der Spezialitäten der lokalen Küche und wird nach Rezepten zubereitet, die einfachen Zutaten und mediterrane Aromen unterstreichen.
Reggio Calabria verdient mindestens einen ganzen Tag. Das Archäologische Nationalmuseum beherbergt die berühmten Bronzen von Riace, während die elegante Strandpromenade von Palmen, historischen Gebäuden und Ausblicken auf den Ätna gesäumt ist. Im Stadtzentrum finden sich zudem der Dom, die aragonesische Burg und zahlreiche Eisdielen, in denen man typische Spezialitäten wie Granita mit Brioche probieren kann.
Dörfer, Archäologie und lokale Traditionen
Die Kultur Kalabriens beschränkt sich nicht nur auf die Küstenorte. Gerace im Gebiet von Reggio Calabria zählt zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Dörfern der Region. Die Altstadt wird von einer imposanten Kathedrale dominiert und bewahrt gepflasterte Straßen, alte Kirchen und ruhige Plätze. Nicht weit entfernt liegt Locri Epizefiri, ein bedeutendes archäologisches Areal aus der Zeit der griechischen Zivilisation.
An der ionischen Seite ist Stilo für die Cattolica bekannt, eine kleine byzantinische Kirche am Hang des Monte Consolino. Weiter nördlich bewahrt Rossano den Codex Purpureus, ein kostbares, illustriertes Manuskript im Diözesanmuseum. Spuren der Magna Graecia sind auch in Sibari, Capo Colonna und Monasterace vorhanden.
Ebenfalls einen Besuch wert sind die arbëreshë-Orte, die von albanischen Gemeinden gegründet wurden, die vor Jahrhunderten nach Kalabrien kamen. Städte wie Civita und Lungro bewahren Sprache, Trachten, religiöse Rituale und kulturelle Traditionensehr besonders. Der Besuch dieser Orte ermöglicht es, eine weniger touristische Seite der Region kennenzulernen und in Kontakt mit einer komplexen und faszinierenden Geschichte zu kommen.
Sila, Pollino und Aspromonte
Auch für Bergliebhaber hält Kalabrien zahlreiche Möglichkeiten bereit. Der Nationalpark Sila ist geprägt von ausgedehnten Wäldern, Seen und Hochplateaus auf über tausend Metern Höhe. Camigliatello Silano und Lorica eignen sich ideal als Ausgangspunkte für Wanderungen, Fahrradtouren oder einen erfrischenden Sommertag.
Der Nationalpark Pollino erstreckt sich zwischen Kalabrien und der Basilikata und ist bekannt für die Loricati-Kiefern – spektakulär geformte Bäume, die auf den höchsten Gipfeln wachsen. Auf den Wanderwegen durchquert man wilde Landschaften, Schluchten, Täler und Wälder. In dieser Gegend sind auch Rafting auf dem Lao-Fluss sowie Wanderungen in die Gole del Raganello, die mit Rücksicht auf die Umweltbedingungen und die Hinweise der lokalen Behörden zu begehen sind.
Im Süden erstreckt sich der Nationalpark Aspromonte, wo Berge, Flüsse und Wasserfälle eine ganz andere Landschaft als an der Küste formen. Das Geisterdorf Pentedattilo, am Fuße eines handförmigen Berges errichtet, ist eines der eindrucksvollsten Ziele. Ein Tag im Hinterland eröffnet die Möglichkeit, die kalabrische Natur kennenzulernen und den starken Kontrast zwischen den Gipfeln und dem nahen Mittelmeer zu genießen.

Genüsse und beste Reisezeiten
Die Küche ist ein zentraler Bestandteil der Reiseerfahrung. Die ’Nduja aus Spilinga, die rote Zwiebel aus Tropea, Bergamotte, Peperoncini, Wurstwaren und Käse erzählen von der Verbindung zwischen Land und Menschen. An den Küsten dominieren Fischgerichte, im Landesinneren finden sich frische Pasta, Hülsenfrüchte, Fleischgerichte und in Öl eingelegtes Gemüse.
Die Monate Juni und September sind ideal, um das Meer bei angenehmen Temperaturen und weniger Trubel zu genießen. Im Juli und August gibt es ein größeres Angebot an Veranstaltungen, Festen und Services, allerdings sollte vorab gebucht werden, da die beliebtesten Reiseziele sehr gefragt sind. Im Frühling und Herbst empfiehlt es sich, Dörfer, archäologische Stätten und Naturparks zu besuchen.
Für eine gut geplante Tour sollte man mindestens eine Woche einplanen, mit einer Basis am Tyrrhenischen Meer oder am Ionischen Meer und einigen Tagen für Ausflüge ins Umland. Mit mehr Zeit kann man die Region von Nord nach Süd durchqueren und dabei Meer und Berge, Kultur und Gastronomie kombinieren. Die abwechslungsreichen Landschaften ermöglichen einen dynamischen Urlaub, ohne auf echte mediterrane Entspannung.

