Nach den napoleonischen Aufhebungen ging das Gebäude in Privatbesitz über. Erst 1873 wurde es Sitz des heutigen Kollegs, das zuvor in der Via de’ Chiari angesiedelt war und als Kolleg der Edlen bekannt war, seit 1773 von den Barnabiten geleitet, die im Jahr 1773 die aufgelöste Jesuitenordnung ablösten.
Es ist sehr wahrscheinlich, dass der derzeit als Theater Alessandro Guardassoni genutzte Saal in der privaten Residenz nur ein eleganter Ball- und Empfangssalon war, in dem die Empore das Orchester beherbergte. Man muss jedoch daran erinnern, dass Ricci eine “kleines Theater im Kolleg Montalto” erwähnt, in dem während des Karnevals 1709 ein Stück gespielt wurde, ohne weitere Details.
Der Bedarf an geeignetem Raum zur Ausübung dessen, was man als Gymnastik des Geistes bezeichnen kann, veranlasste die Barnabiten, den Architekten Francesco Gualandi mit dem Projekt eines echten Theaters zu beauftragen, das im neuen Empfangssalon des Kollegs eingerichtet werden sollte. Die Arbeiten wurden am 15. Februar 1879 abgeschlossen. Das Theater hat einen rechteckigen Grundriss mit einer durchgehenden, von Konsolen mit Voluten getragenen Empore, die sich an drei Seiten erstreckt. An der kurzen Seite, gegenüber der Bühne, nimmt sie die Form einer Loggia an (in der die Galerie untergebracht ist, die heute nicht mehr zugänglich ist), gekennzeichnet durch feine Säulen, die fünf Rundbogen tragen.
Die kleine Bühne, ausgestattet mit den originalen Gittern, ist ausreichend für die Bedürfnisse des Kollegs, das diesen Raum für unterstützende Lehraktivitäten, Vorträge, Aufführungen, Theaterwerkstätten und gelegentlich für Benefizvorstellungen nutzt. Die eklektisch gestaltete Dekoration, bestehend aus Stuckelementen und malerischen Verzierungen, ist sehr reichhaltig und elegant, insbesondere an der Decke, wo drei ovale Medaillons mit Blumensträußen hervorstechen und im Zentrum die Allegorie des Ruhms, ein Werk von Gardassoni, der zusammen mit Guglielmo Minelli die malerischen Teile schuf.
Der Künstler Alessandro Guardassoni, dem das Theater gewidmet ist, war im 19. Jahrhundert in Bologna zweifellos ein interessanter Künstler. Er ist auch der Schöpfer des historisierten Vorhangs (in einem bedenklichen Erhaltungszustand) mit der Darstellung der Begegnung zwischen Dante und Virgilio, sowie der beiden jungen Figuren an den Seiten des Wappens des Kollegs (im Zentrum des über der Bühne angebrachten Streifens). Schließlich stammt der venezianische Bodenbelag von Costantino Diana und die holzgemalten Nussbaumtüren von Antonio Sacchetti. (Lidia Bortolotti)

