Das Begräbnisareal der Vigna Cassia, das auf Anfrage bei der Päpstlichen Kommission für Sakrale Archäologie in Syrakus besichtigt werden kann, besteht aus einem Gemeinschafts-Friedhof und fünf privaten Hypogäen, die chronologisch den Jahrhunderten III., IV. und V. zuzuordnen sind. Die topografische Entwicklung orientiert sich an römischen Modellen, wobei sich die eigentliche Katakombe in drei Regionen gliedert – S. Maria di Gesù Maggiore und Marcia –, von denen die ersten beiden bereits im III. Jahrhundert entstanden sind, die letzte erst im IV. Die Ansicht des Grundrisses bestätigt diese Angaben: Der Friedhof von S. Maria di Gesù, zu Ihrer Rechten, entstand durch die Erweiterung eines vorhandenen Aquädukts, an dessen Wänden eine Reihe von Nischen (rechteckige Hohlräume mit langem sichtbar liegendem Seitenrand) eingeschnitten wurden; diese Lösung ermöglicht eine schnelle und günstige Bearbeitung des Felsens, die gut zu einer vorkonstantinischen Periode passt. Eine Bestätigung für die frühe Datierung dieser Region findet sich im Friedhof Maggiore, in der Mitte des Grundrisses lokalisiert und basierend auf einem Fundstapel, der unter anderem Münzen aus der Zeit von Gallienus und Claudius II. Gothicus enthält, etwa in der Mitte des III. Jahrhunderts zu datieren ist. Die in diesem Bereich gefundenen Materialien bestätigen diese Datierung und zeigen eine Kombination aus heidnischer und christlicher Kultur, wie sie bereits Ende der fünfziger Jahre von Santi Luigi Agnello richtig hervorgehoben wurde.
Ein Gemeinschaftsfriedhof schließt die Existenz privater Räume (cubicula) nicht aus, welche fast üblich sind und hier durch kleine Rundräume vertreten werden, die aus einer eher unsorgfältigen Wiederverwendung stillgelegter Zisternen des früheren städtischen Wasserversorgungssystems entstanden sind.
Eine weniger verworrene topografische Entwicklung kennzeichnet den Friedhof von Marcia, links im Grundriss, dessen regelmäßiger Aufbau stark an die Katakombe von San Giovanni erinnert. Die Entstehung dieser Region wird somit ins IV. Jahrhundert datiert, also nach dem Frieden der Kirche, mit Nutzung bis weit ins V. Jahrhundert hinein, was auch durch die traditionelle Datierung der Malereien von Marcia nahegelegt wird, die sich in der Lunette eines Arkosols im nordwestlichen Zweig des Friedhofs befinden.
Der ideologische Pluralismus, der die ursprünglichen Kerne der Katakombe kennzeichnet, betrifft in noch größerem Maße die Hypogäen der über dem Gemeinschaftsfriedhof liegenden Platea, die einzelne Familien oder Zünfte bedienten und eine noch stärkere Koexistenz von Heiden und Christen zeigen. Auch hier sind die Inschriften die zuverlässigsten Indikatoren dieses Phänomens. Hervorzuheben ist die Restaurierung der Malereien im Hypogäum II, die im Oktober 1997 von der PCAS-Syrakus durchgeführt wurde und uns klare Bilder eines vollständig christlichen Bildzyklus zurückgab, eines der wertvollsten Dokumente des unterirdischen Erbes von Syrakus.
Rettung und Auferstehung der Seele sind die symbolisch dargestellten Konzepte in den Szenen, die zwei Arkosole des Hypogäums schmücken: zwei Momente der Jonatrilogie, Daniel in der Löwengrube, Porträt des Verstorbenen zwischen Betenden, Auferstehung des Lazarus und Pfauen in blühenden paradiesischen Gärten.
Informationen zur Katakombe von San Giovanni
Piazza San Giovanni, snc
96100 Syrakus (Syrakus)
093164694
pcas@catacombesiracusa.it
https://www.catacombesiracusa.it
Quelle: MIBACT

