Wagen von Mirabella Eclano, Dank für die Ernte ⋆ FullTravel.it

Wagen von Mirabella Eclano, Dank für die Ernte

Die Bewohner von Aeclanum verehrten die Göttin Pale, weil sie die Göttin des Korns war, das großzügig von diesem Land produziert wurde.

Carro di paglia di Mirabella - Foto Giornaleirpinia.it
Massimo Vicinanza
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Die Bewohner von Aeclanum verehrten die Göttin Pale, weil sie die Göttin des Korns war, das großzügig von diesem Land produziert wurde. Um sich für die eingebrachte Ernte zu bedanken und um zukünftigen Schutz zu bitten, boten die Bauern der Gottheit ihre überladenen Wagen mit Heu und Stroh an. So konnten sie auf einen milden und günstigen Winter hoffen.
Die sehr schweren Wagen wurden von drei Jochgespannen Ochsen gezogen, die mit enormer Kraft diese “Ex-Voto” von den Scheunen mitten auf dem Feld bis zum Ort der Verehrung der Göttin zogen. Das von allen Bauern angebotene Getreide wurde gesammelt und verbunden, es entstand eine riesige Garbe, die bei Tänzen und Gesängen in Brand gesetzt wurde. Mit der Zeit wurde jener wagenvoll mit Korn in einen gigantischen Obelisken verwandelt, mit einem deutlichen Bezug zu alten Fruchtbarkeitsriten, und anstelle der Ochsen zieht heute ein Traktor den Anhänger voller Hoffnung.

Bis vor einigen Jahren wurden noch die drei Jochgespanne Ochsen für den Transport des Werks verwendet. Zum Ziehen des Wagens wurden die stärksten Tiere ausgewählt, und zu diesem Anlass mit Bändern und Rosetten geschmückt. Doch diese Tiere waren unweigerlich für den Schlachtbank bestimmt, nachdem sie etwa vierzig Kilogramm ihres Gewichts durch die achtstündige Anstrengung verloren hatten. Nach energischen Protesten von Tierschützern mussten die Veranstalter die Ochsen durch einen modernen Traktor ersetzen.
Das Kunstwerk ist 25 Meter hoch und trägt an der Spitze die Statue der Schmerzhaften Madonna, die über die gesamte Bevölkerung wacht. Ihr Gewicht ist nicht berechenbar, doch einige schätzen es auf zwanzig Tonnen; die Spitze besteht aus neunundneunzig Paneelen aus Stroh, verarbeitet zu “Zöpfchen”, “Zöpfen”, “Bändchen” und “Strohflechtungen”. Die zusammengesetzten Paneele formen Säulen, Bögen, Kapitelle, Gesimse, Engelsfiguren und Wappen. Würde man alle für den Bau des Obelisken verwendeten Strohfäden aneinanderreihen, ergäbe das eine Schnur von etwa dreitausend Kilometern Länge. Die Struktur besteht aus sieben Etagen oder “Registern” und ruht auf einem Wagen von etwa 20 Quadratmetern, der entsprechend verstärkt ist.

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