Eröffnet im Frühjahr 1999 in seiner neuen Anordnung im ersten Stock eines entsprechend restaurierten Gebäudes, das zuvor eine Kindertagesstätte beherbergte, vereint es die städtischen historisch-künstlerischen Sammlungen, beginnend mit dem Antiquarium, das 1983 im Rathaus eingerichtet wurde, um die historische Entwicklung des Gebiets von der Vorgeschichte bis zum Mittelalter und des Ortes Castel Bolognese zu dokumentieren, der in den letzten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts als Neugründung entstand.
Die archäologische Abteilung zeigt Funde zu den frühen Siedlungen im Burgherrschaftsbereich, dargestellt durch Steinwerkzeuge aus der ältesten Phase des paläolithischen Zyklus. Keramiken aus der Bronzezeit sowie ton-, glas- und metallhaltige Materialien aus Villen, Nekropolen und verstreuten Siedlungen der römischen Zeit zeichnen ein fast vollständiges Bild der Besiedlung des Senio-Tals. Aufgrund ihrer Seltenheit seien einige Silber- und vergoldete Silber-Schmuckstücke hervorgehoben, die den bei den Ostgoten verwendeten Typen entsprechen und bei der Erkundung einer Nekropole des 5.-6. Jahrhunderts n. Chr. am Stadtrand gefunden wurden. Die mittelalterliche Abteilung besteht aus Keramiken und anderen Objekten (datierbar vom 14. bis 16. Jahrhundert), die bei Ausgrabungen im Stadtzentrum, im umliegenden Gebiet und im Bereich von Sant’Angelo in Campiano geborgen wurden, wo bereits vor dem 9. Jahrhundert n. Chr. die alte Pieve stand, die zur Diözese Imola gehörte und nahezu vollständig durch Schäden im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Die künstlerische Abteilung beherbergt Gemälde, Zeichnungen, Emaille-Arbeiten, Medaillen und kleine Plaketten sowie Keramiken aus der Zeit zwischen dem 16. und 20. Jahrhundert, wobei der Fokus besonders auf einigen Persönlichkeiten lokaler Künstler liegt: Giovanni A. Antolini, Cassiano Balducci, Fausto Ferlini und der Keramiker Angelo Biancini. Die Hauptkollektionen werden durch Werke von Giuseppe Guidi und Giovanni Piancastelli vertreten, ersterer Kurator der Galleria Borghese in Rom, der dort lange lebte und vor allem als Porträtmaler bekannt wurde. Von Piancastelli (1845-1926) sind etwa fünfzig Arbeiten, hauptsächlich Gemälde und Zeichnungen mit franziskanischem Thema, aus dem örtlichen Kapuzinerkloster ausgestellt. Das Museumsvermögen wird durch Erinnerungsstücke an den Geigenbauer Nicola Utili (1888-1978), geboren in Castel Bolognese, ergänzt. Die Werkstattwerkzeuge, die Formen der Instrumente, verschiedene Gegenstände und eine persönliche Geige veranschaulichen die Tätigkeit des Geigenbauers, spezialisiert auf den Bau von Geigen ohne Spitzen.
Informationen zum Städtischen Museum von Castel Bolognese
Viale Umberto I, 50,
48014 Castel Bolognese (Ravenna)
0546655827
cultura@comune.castelbolognese.ra.it
Quelle: MIBACT

