Eine alternative Möglichkeit, die vielen Facetten des Aostatals zu entdecken, ist die Planung von Spaziergängen entlang seiner Bewässerungskanäle. Die Ru-Wanderwege – so nennt man die Kanäle, die früher zur Bewässerung der Felder genutzt wurden – bieten nicht nur Aussichtspunkte, die anders kaum so gut zu sehen sind, sondern zugleich auch einen tiefen Einblick in die alte Geschichte dieser Gegend.
Hier eine Reihe von Ru-Wanderwegen im Aostatal, mit einer Angabe des Schwierigkeitsgrades der Strecke, der benötigten Zeit und der besten Jahreszeit für eine Wanderung zu Fuß.
Ru de Ruet
Es handelt sich um einen leichten Weg, der für alle empfehlenswert ist, mit einem Höhenunterschied von 76 Metern und einer geschätzten Dauer von etwa 45 Minuten. Der Ru de Ruet entspringt am Clusellaz-Bach und erreicht die Obstgärten von Sarre, wohin er noch heute Wasser bringt. Besonders beeindruckend ist die Aussicht vom Ort Sarre selbst: Man kann den Berg sehen, der sozusagen halbiert ist. Vor etwa 500 Jahren gab es nämlich den schrecklichen Erdrutsch von Becca France, der das Dorf Thoura vollständig weggefegt hat. Als beste Zeit wird eine Wanderung zwischen März und Oktober empfohlen.

