Reise zu den Drehorten: von Venedig bis Brescello und mehr ⋆ FullTravel.it

Reise zu den Drehorten: von Venedig bis Brescello und mehr

Die Entdeckung der Filmorte (oft näher und einfacher erreichbar, als man denkt) ist eine tolle Idee für ein Wochenende oder einen besonderen Ausflug, bei dem man Plätze und Denkmäler in einem neuen Licht erfährt, mit all den Stimmungen und Geheimnissen, die sich hinter der komplexen Welt des Kinos verbergen.

Canale a Venezia
Maurizia Ghisoni
6 Min Read

Italien ist ein einziges Filmerlebnis. Kein Winkel des Bel Paese wurde nicht schon zur Kulisse für eine Filmszene, die wiederum dazu beitrug, diesen Ort bekannt und vertraut zu machen. Eine Entdeckungsreise zu diesen oft näher und leichter erreichbaren Orten kann eine tolle Idee für ein Wochenende oder einen besonderen Ausflug sein, bei dem man Plätze und Denkmäler in einem anderen Licht erlebt – mit all den Stimmungen und Geheimnissen, die hinter der komplexen Kinematografie-Welt verborgen sind. Von Venedig über Brescello, von der Toskana bis zu den Sassi von Matera und den Eolischen Inseln: hier eine schnelle, kleine Landkarte Italiens der Filme.

  • Venedig diente als bevorzugter Drehort für unzählige Filme: romantische (z. B. “Sommerzeit” mit Katharine Hepburn oder “Der anonyme Venezianer” von Enrico Maria Salerno), dramatische (“Tod in Venedig” von Visconti), Spionagefilme (“James Bond 007: Liebesgrüße aus Moskau”), Komödien (“Venedig, der Mond und du” von Dino Risi, mit Alberto Sordi und Nino Manfredi). Und Abenteuerfilme wie “Indiana Jones und der letzte Kreuzzug”, das dritte Kapitel der Serie, das Regisseur Steven Spielberg Ende der 1980er Jahre vor der Basilika Santa Maria della Salute drehte, einem Meisterwerk barocker Architektur, erbaut 1630 als Dank an die Madonna für die Befreiung der Stadt von der Pest. Im Inneren bewahrt sie bedeutende Werke von Tizian und Tintoretto.
  • Seit über fünfzig Jahren gilt Brescello, ein kleiner Ort in der unteren Provinz Reggio Emilia am Po-Ufer, als Dorf von Peppone und Don Camillo, den gestrittenen, aber befreundeten Figuren aus den Romanen von Giovannino Guareschi, meisterhaft verkörpert auf der Leinwand von Gino Cervi und Fernandel. Das Dorf hat sich kaum verändert, seit die Filmteams seine Straßenzüge vor dem Rathaus, der Pfarrkirche, dem Matteotti-Platz und den Ufern des Po als Sets nutzten. Beim Spaziergang durch die Gassen, beim Bewundern der Bronzestatuen der beiden Figuren am Platz oder beim Besuch der Kirche Santa Maria Nascente mit dem Kreuz des „sprechenden Christus“ fällt es schwer, sich nicht verzaubern zu lassen. Ein wichtiger Halt ist das Museum, vor dem ein begehrtes Relikt steht: der große Panzer, der vom Bürgermeister Peppone und dem Pfarrer Don Camillo gemeinsam gesteuert wird – ein Objekt, das auch bei jüngeren Besuchern, die die Filme nicht kennen, Begeisterung und Neugier weckt.
  • Filme, die in der Toskana gedreht wurden, sind zahlreich; Regisseure aus Italien und dem Ausland haben in jeder Ecke dieser wunderschönen Region gedreht und Meisterwerke geschaffen, die Filmgeschichte geschrieben haben. Unter anderen sei „Bruder Sonne, Schwester Mond“ von Franco Zeffirelli genannt, der die markanten Türme von San Gimignano und die herrliche umliegende Landschaft für Assisi, die Geburtsstadt des Heiligen Franziskus, auswählte. Das Schlendern durch das Dorf, das nicht nur die beeindruckendsten Monumente, sondern auch versteckte Winkel, Ateliers und Kunsthandwerksbetriebe zeigt, ist der beste Weg, die Poesie des Ortes zu erfassen.
    Arezzo war der glückliche Drehort von „Das Leben ist schön“ von Roberto Benigni. Der erste Teil dieses vielfach ausgezeichneten Films zeigt die warme Atmosphäre und den friedlichen Alltag einer Familie in der wunderbaren Altstadt vor der Tragödie der Rassengesetze und Deportationen. Kleinere, aber wichtige Szenen, die eine märchenhafte Toskana zeigen, wurden auch in Cortona, Montevarchi und Castiglion Fiorentino gedreht.

  • Matera in der Basilikata mit ihren beeindruckenden Sassi ist seit langem ein beliebter Drehort für Filmschaffende aus aller Welt. Angefangen bei dem erst vor Kurzem gedrehten The Nativity Story, über die Geburt Jesu von Regisseurin Catherine Hardwicke, bis hin zu dem umstrittenen The Passion von Mel Gibson und zurück in der Zeit – die Liste der dort gedrehten Filme ist endlos (von La Lupa von Lattuada bis zu Das Evangelium nach Matthäus von Pasolini; von Christus blieb in Eboli von Rosi bis zu Allonsanfan der Taviani-Brüder und Der Mann der Sterne von Tornatore) und lädt dazu ein, diese bis heute wenig bekannte Stadt als einzigartiges und beeindruckendes Ziel zu entdecken. Die beiden Stadtviertel der Sassi, Caveoso und Barisano, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören, sind originalgetreu restauriert und stellen ein lebendiges Freilichtmuseum dar, in dem Besucher das harte Leben der Landarbeiter und Handwerker bis in die 1950er Jahre kennenlernen und in stimmungsvollen Gasthäusern oder Bed & Breakfasts in einem Sasso übernachten können.
  • Auch Sizilien war für das Kino eine reiche Inspirationsquelle. Seine Landschaften, Farben und Menschen prägten Kultfilme wie La Terra Trema und Der Leopard von Visconti, Der Tag der Eule von Damiani, den ersten Teil von Der Pate von Francis Ford Coppola sowie jüngere Werke wie Il Postino von Radford mit Massimo Troisi, Der Kinderdieb von Amelio, Nuovo Cinema Paradiso von Tornatore und die zweite Folge der ironischen Komödie Caro Diario von Nanni Moretti. Dort dienten die herrlichen Eolischen InselnLipari, Salina, Stromboli, Panarea und das abgelegene Alicudi – als traumhafte Kulisse für die Flucht der beiden Hauptfiguren vor der Zivilisation, die dennoch untrennbar von ihrem Fernsehkonsum sind.

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