Das Mausoleum des Kaisers Hadrian ist eines der bedeutendsten Denkmäler der römischen Antike. Ursprünglich als kaiserliches Grabmal errichtet, wurde es später in eine Festung, dann in eine päpstliche Residenz, später in ein Gefängnis und schließlich in das heutige Museum umgewandelt.
Das Nationalmuseum Castel Sant’Angelo wurde ab dem 1. September 2012 um einen weiteren Ausstellungsraum von großem Interesse zur Geschichte des Castel Sant’Angelo erweitert. In den gerade restaurierten Räumen von Alessandro VI, die Teil eines Sanierungs- und Aufwertungsprojekts des Museums sind, wird die Ausstellung anhand einer Reihe von Radierungen, Drucken, Gemälden und rekonstruktiven Zeichnungen präsentiert, um die vielen, vielfältigen und oft missverstandenen historischen Phasen zu veranschaulichen, die das Monument im Verlauf seiner tausendjährigen Geschichte verändert, geprägt und umgestaltet haben.
In vier Abschnitte gegliedert, wird die Geschichte des Castel Sant’Angelo durch zeitgenössische Drucke, szenografische Ansichten und interessante idealtypische Rekonstruktionen des Denkmals illustriert, so wie sie von der Fantasie von Künstlern und Architekten der Renaissance vorgeschlagen wurden, von seiner Errichtung bis ins 19. Jahrhundert, in einem Rundgang, der seine intensive und kontinuierliche Nutzung hervorhebt.
Als Mausoleum für Kaiser Publius Aelius Traianus Hadrianus (76–138 n.Chr.) und dynastisches Grabmal der Familie der Antonine gebaut, wurde der imposante Bau unter Kaiser Aurelian, zuerst, und später unter Honorius in die Stadtmauer Roms einbezogen und in eine Art Festung zum Schutz der Stadt verwandelt. Aufgrund dieser Funktionen erhielt das Bauwerk schon damals die Bezeichnung castellum, zu der im Frühmittelalter die Bezeichnung sancti Angeli hinzukam, basierend auf der Legende der Erscheinung des Erzengels Michael, der sein Schwert einschlägt, um das Ende der Pest zu markieren.
Die Nähe zu San Pietro, seine strategische Lage zur Kontrolle der Zugänge im Norden der Stadt und seine geschlossene, imposante Bauweise machten Castel Sant’Angelo zum Zentrum politischer Interessen und verbanden sein Schicksal untrennbar mit dem der Kirche, seit Papst Urban V. 1367 die Schlüssel der Festung als Bedingung für die Rückkehr der Kurie nach Rom forderte.
Seitdem wurden zahlreiche architektonische Eingriffe und Neubauten durchgeführt, einerseits zur Anpassung des Gebäudes an die neuen Verteidigungsanforderungen mit dem Bau von Bastionen und dem Pentagon-Mauerring, andererseits um es immer komfortabler und den Bedürfnissen der Kurie entsprechender zu gestalten, sodass es unter Papst Paul III. Farnese (1534–1549) das Aussehen eines echten Fürstensitzes annahm.
Bis in die jüngere Zeit, als die Festung ausschließlich als politisches Gefängnis genutzt wurde, unter dem Namen Forte Sant’Angelo, und schließlich 1925 in ein Nationalmuseum umgewandelt wurde. Sein Charme bleibt unverändert, ebenso wie seine Fähigkeit, das kollektive Bild der Stadt Rom zu prägen, besonders durch die “Girandola”, eine jährlich am 29. Juni im Rahmen des Patronatsfestes der Stadt stattfindende Veranstaltung, der die vierte und letzte Sektion gewidmet ist.

