Der grundlegende Kern des Museo del Tesoro del Duomo stammt aus der Schenkung von Francesco II Sforza an die neu gegründete Diözese Vigevano im Jahr 1534. Im Jahr 1529 gelang es Francesco II Sforza durch die Vermittlung von Papst Clemens VII, das Herzogtum Mailand zurückzuerhalten und die Vergebung von Karl V zu erlangen, der ihn 1521 auf den herzoglichen Thron gesetzt und ihn vier Jahre später wegen Verrats beschuldigt hatte, aufgrund der Verschwörung seines Beraters Gerolamo Morone.
Einige Monate später erreichte Francesco II Sforza zudem, dass seine Geburtsstadt Vigevano zur Würde einer Diözese und Stadt erhoben wurde, womit der lange gehegte Traum seines Vaters, Ludovico il Moro, erfüllt wurde.
Neuere historische Studien haben tatsächlich ein ehrgeiziges Projekt des Moro bezüglich Vigevano aufgezeigt, nämlich die Erhebung der Stadt zum Bischofssitz, mit dem Ziel, mit der Bischofsstadt „ein reiches und prestigeträchtiges kirchliches Gefüge zu schaffen, das würdig am Hof dienen konnte, der nun nahezu dauerhaft in Vigevano residierte und hauptsächlich aus Hofleuten bestand.“ Das Ziel des Moro war damit eine ganze Stadt, inklusive des kirchlichen Bereichs, die als ideale Kulisse für seinen Hof dienen sollte.
Sehr wichtig war auch das Recht, das Francesco II für sich und seine Erben erlangte, persönlich die Bischöfe des Bischofssitzes Vigevano zu ernennen.

Zahlreiche silberne Gerätschaften, Wandteppiche, wertvolle illustrierte Chorhefte, Gemälde, hölzerne Einrichtungsgegenstände und liturgische Gewänder kamen nach Vigevano, um die Kathedrale zu schmücken, und bilden auch heute noch den wichtigsten Teil des Museo del Tesoro del Duomo.
Der Begriff Schatz, auch wenn nicht genau das Wort, war bereits in den alten Dokumenten und Inventaren nach der Schenkung von Francesco II vorhanden, wobei das Hauptaugenmerk hauptsächlich auf dem Silberwerk lag.
Von der alten Schenkung sind heute nur acht Gegenstände aus dem kostbaren Metall erhalten, aber einige davon, nämlich der Friedensstab, das Prozessionskreuz, der Bischofskelch und die Bischofsstäbe, sind zweifellos die prestigeträchtigsten und wertvollsten der gesamten Gabe und haben mit ihren besonderen Merkmalen das Ensemble geprägt.

