Das Hypogäum am Domplatz ist ein unterirdischer Weg, der den Domplatz in Ost-West-Richtung mit der Stadtmauer der Marina verbindet. Er besteht aus einem Hauptgang, von dem mehrere kleinere Gänge abzweigen, von denen einer zur großen Zisterne des Erzbischöflichen Palastes zurückführt. Die Zisterne wurde vom Bischof Paolo Faraone (1619-1629) erbaut und spielte eine wesentliche Rolle nicht nur bei der Wasserversorgung des Erzbischöflichen Palastes, sondern für die gesamte Insel Ortigia. Während des Wegs kann man die Überreste weiterer Brunnen oder antiker Zisternen sehen, die bei den Ausgrabungsarbeiten der Gänge entdeckt und zerstört wurden.
Ein erster Kern der Gänge ist mit einer früheren Steinbruchstätte auf dem Domplatz verbunden, die im 18. Jahrhundert erwähnt wurde, da von dort das Baumaterial für die Fassade der Kathedrale entnommen wurde. Der Zugangspunkt wurde 1869 bei öffentlichen Bauarbeiten gefunden, „fast gegenüber dem Eingangstor des Erzbischöflichen Palastes, aber auf der Seite des Klosters S. Lucia gelegen: Dort wurde eine große Seilrolle installiert, mit der Handwerker Steine hoben, die die gleiche Beschaffenheit wie die der Säulen hatten…“ Die Kriegsgeschehnisse des Zweiten Weltkriegs lenkten die Aufmerksamkeit wieder auf die im vorherigen Jahrhundert entdeckten unterirdischen Räume. Im Hinblick auf den Kriegseintritt Italiens richtete das Bürgerkomitee der U.M.P.A. (Militärische Antiluftschutzvereinigung) Sammelpunkte für die Zivilbevölkerung bei Angriffen ein. Um den Luftschutzbunker am Domplatz vorzubereiten, wurden Teams von „Pirriatoren“ beauftragt, den alten Steinbruch zu erweitern, einen Raum zu graben, in dem die Statue der Heiligen Lucia in Zinkkisten aufbewahrt wurde, die seit Dezember 1942 zusammen mit dem Schatz versteckt war, und Zugänge für die Bevölkerung im Stützmauerring des Erzbischöflichen Gartens sowie einen weiteren Eingang in den Gängen der alten Stadtmauer der Marina vorzusehen. So entstand ein unterirdischer Weg, der den Domplatz mit der Marina verband und durch einen Nebengang in Nord-Süd-Richtung mit der Zisterne verbunden war. Nach Kriegsende wurden die Schutzräume stillgelegt. Verbunden mit Erinnerungen, die inzwischen Geschichte sind, präsentiert sich der Luftschutzbunker am Domplatz – wie alle Zeugnisse architektonischer oder anderer Art, die die tausendjährige Stadtgeschichte Ortigias prägen – als einzigartiger Komplex, das Endergebnis der anthropogenen Schichtungen des Ortes, welcher in seinen Komponenten – von denen die Zisterne das chronologisch älteste Element ist – Beiträge aus verschiedenen Phasen der Stadthistorie vereint.
Informationen zum Hypogäischen Weg am Domplatz
Domplatz,
96100 Syrakus (Syrakus)
0931481111
soprisr.area@regione.sicilia.it
Quelle: MIBACT

