Die Ursprünge der Bibliothek für moderne und zeitgenössische Geschichte reichen bis Juni 1880 zurück, als die Abgeordnetenkammer den Vorschlag von Pasquale Villari genehmigte, eine Sammlung von Büchern, Broschüren und Dokumenten zum italienischen Risorgimento zu erstellen. So entstand die Risorgimento-Abteilung der Nationalbibliothek Vittorio Emanuele II in Rom.
Im Jahr 1906 wurde das Nationale Komitee für die Geschichte des Risorgimento gegründet mit der Aufgabe, eine Bibliothek und ein Museum des Risorgimento einzurichten. 1917 erhielt die Risorgimento-Abteilung den Namen Zentralbibliothek des Risorgimento und nahm die Form einer autonomen Bibliothek unter einem eigenen Konservator an. Die endgültige Trennung von der Nationalbibliothek wurde 1921 mit dem Umzug der Sammlung in den Palazzetto Venezia festgelegt; 1923 wurde der Name erneut geändert in Bibliothek, Museum und Archiv des Risorgimento, und 1924 wurde bestimmt, dass ihr ein Konservator-Verwalter aus dem Bibliothekspersonal unterstellt wird, der direkt vom Bildungsministerium abhängig ist.
In den Jahren 1937-1938 veränderten einige Maßnahmen das Bild der Bibliothek grundlegend, indem die Risorgimento-Sammlung radikal zersplittert wurde: Die bibliografischen Materialien verblieben in der Bibliothek, während die musealen und dokumentarischen Bestände dem Historischen Institut für die Ära des Risorgimento mit Sitz im Vittoriano übergeben wurden, mit der wichtigen Ausnahme der Autographen des Mazzini-Bestands. Mit dem königlichen Dekret Nr. 2181 vom 22. November 1937 erhielt die Bibliothek den heutigen Namen Bibliothek für moderne und zeitgenössische Geschichte, und 1939, als letzter Akt dieser komplexen Entwicklung, wurde sie in den Palazzo Mattei di Giove verlegt, wo sie sich noch heute befindet.
1945 wurde die Bibliothek direkt dem Bildungsministerium unterstellt, später, ab 1975, dem Ministerium für kulturelles Erbe und Umwelt. Die Sammlung blieb anfänglich auf das ursprüngliche Thema der Risorgimento-Studien fokussiert, und erst ab den 1960er Jahren wurde das Interessensgebiet deutlich erweitert. Die aktuellen Schwerpunkte zielen darauf ab, grundlegende Werkzeuge für das Studium der Geschichte Italiens und anderer Länder vom 16. bis zum 21. Jahrhundert bereitzustellen, mit besonderem Augenmerk auf das 19. und 20. Jahrhundert.

