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Villa der Papyri in Herculaneum

Als 1996 die Villa der Papyri entdeckt wurde, tat die archäologische Aufsicht von Herculaneum und Pompeji alles, um den Fund streng geheim zu halten. Doch die Nachricht war zu wichtig und gelangte natürlich sofort in die Weltöffentlichkeit.

Villa dei Pampiri, Ercolano
Massimo Vicinanza
5 Min Read

Die Residenz der Pisonen genannt Villa der Papyri

Die Residenz der Pisonen, auch bekannt als die Villa der Papyri der Ausgrabungen von Herculaneum nahe Neapel, die bis zu jenem fernen August des Jahres 79 n. Chr. unter Asche und Schlamm begraben geblieben war, wurde so zur „größten Entdeckung des Jahrhunderts“. Endlich ein Ruhmesmoment für das kleine Herculaneum, aber auch für den Schweizer Archäologen Carlo Weber, der 1750 die von den Bourbonen in Auftrag gegebenen Ausgrabungen leitete und den detaillierten Plan der antiken Stadt Herculaneum zeichnete. Selbstverständlich einschließlich der Residenz der Pisonen.

Heute ist ein kleiner Teil der Villa restauriert und für alle zugänglich, wenn auch mit einigen Einschränkungen. Der Zugang zur Stätte ist nur an Wochenenden und in geführten Gruppen von 25 Personen von 9 bis 12 Uhr möglich. Bis heute erstrecken sich die Ausgrabungen über eine Fläche von 14.000 Quadratmetern, davon 1500 mit monumentalen Werken. Doch es gibt noch viel zu tun, denn die Villa, die etwa so groß wie drei Fußballfelder ist, liegt vollständig unter dem heutigen Ortskern auf etwa dreißig Metern Tiefe.

Die von der Soprintendenza di Pompei angeordneten Ausgrabungen haben auch ein großartiges heiliges Sanktuarium zu Tage gefördert, fünf Meter breit und zwanzig Meter lang, mit einem zum Meer ausgerichteten Apsis und einer gewölbten Decke, das auf einem Vorsprung gebaut wurde. Diese Entdeckung erlaubt es, die Küstenlinie der antiken Stadt neu zu zeichnen, da sie deren Ausdehnung über die von Archäologen des 18. Jahrhunderts gezogene Linie hinaus erweitert. Damit wird die bisher nur zaghaft vermutete Hypothese erneut aufgegriffen: Der westliche Teil von Herculaneum besaß Terrassen zum Meer hin, und raffinierte Zugänge überwanden eine Höhendifferenz von 10 bis 15 Metern, um zu den Veranden und Aussichtspunkten der luxuriösen Villen zu führen, die vor 1922 Jahren auf das azurblaue Meer von Neapel blickten.

Ausgrabungen von Herculaneum

Villa der Papyri: die berühmteste archäologische Ausgrabungsstätte der Welt

Was macht die Villa der Papyri so außergewöhnlich, dass sie zum weltweit berühmtesten archäologischen Fundort wurde?
Unter der Lavadecke, die ihre Struktur bewahrte, haben Archäologen seit 1752 etwa 2000 Papyrusrollen geborgen, die noch unbekannte Aspekte der antiken römischen Geschichte enthüllen könnten. Seit 1996 haben Archäologen des Konsortiums ERPO ‘90 in Zusammenarbeit mit Technikern von Infratecna das „Herz“ jener Sommerresidenz des Schwiegervaters von Julius Caesar, Lucius Calpurnius Piso, erreicht. Die Forscher hoffen, weitere äußerst wertvolle Papyrusrollen zu finden, die zu den bereits 1826 geborgenen hinzugefügt werden können und in der Nationalbibliothek von Neapel aufbewahrt werden. Eine wahre Sammlung griechischer Philosophie, von Epikur bis Philodem von Gadara.

Der große Gräzist und Papyrusforscher Marcello Gigante, der vor einigen Jahren verstarb, war überzeugt, auch lateinische Texte auf Papyrus zu finden, weil er annahm, dass viele lateinische Bibliotheken damals zweisprachig waren und Herculaneum zur lateinischen Kultur gehörte. Die Wissenschaftler hoffen, dass unter den Papyrusrollen aus der Villa des Piso auch die letzte erhaltene Kopie der „Geschichte Roms“ von Ennius sein könnte, ein Werk, von dem nur ein Drittel bekannt ist und dessen Wiederentdeckung die komplette Geschichte Roms neu schreiben könnte.

Die Papyrusrollen konnten geborgen werden, weil sie nicht durch die Hitze der Lava verglühten, sondern durch einen Mineralisierungsprozess karbonisiert wurden, begünstigt durch das Material, das 79 n. Chr. Herculaneum bedeckte. Anders als Pompeji, wurde die von Herkules gegründete Stadt von einem Fluss aus Lava und Schlamm begraben, der in alle Häuser eindrang, sich verfestigte und alles versiegelte. Dank der Beschaffenheit dieses Materials sind die wertvollen Dokumente bis heute unversehrt erhalten geblieben. Es wird erzählt, dass der deutsche Kunsthistoriker Johann Joachim Winckelmann, der zwischen 1762 und 1764 die Papyrusrollen sah, meinte, sie sähen aus wie kleine Kohleziegel, und der Raum, in dem viele davon gefunden wurden, als „Kohlenraum“ bezeichnet wurde.

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