Diese prächtige Residenz, die noch heute von den Fürsten Meli Lupi bewohnt wird, gilt als ein hervorragendes Beispiel des Frühbarocks. Die Besonderheiten dieses Stils spiegeln sich in den Möbeln und Einrichtungsgegenständen wider, die die Räume schmücken, ergänzt durch Zeugnisse anderer Epochen. Die Besichtigung der Räume der Festung, in denen die originalen Möbel erhalten sind, beginnt mit dem Roten Saal im Erdgeschoss, mit sechs Landschaftsbildern von Francesco Monti, genannt der Brescianino, eingefasst von den kostbaren Schnitzereien von Giuseppe Bosi. Durch den Billardraum oder Raum der Ahnen gelangt man zum Stucksaal, der 1688 vom Architekten Draghi für Giampaolo IV. entworfen wurde, der die Fresken mit dem Triumph der Meli Lupi bei Francesco und Ferdinando Bibiena in Auftrag gab, die wahrscheinlich auch die Entwürfe für die Stuckarbeiten von Giacomo Mercoli schufen. Von der nahegelegenen Dichtergalerie, die 1792 von Giovan Battista Fontana erbaut wurde, gelangt man zur Oratorium der Heiligen Kreuz, das 1616 vom Cremoneser Pedardi errichtet und 1697 von Mercoli dekoriert wurde. Hier befindet sich das Grabmonument von Ugolotto Lupi aus dem Jahr 1351, ursprünglich in der Kirche S. Francesco al Prato in Parma, sowie ein Marmorreliquiar von Giovanni Antonio Amadeo aus dem Jahr 1470. Zum fünfzehnten Jahrhundert Baustil des Palastes gehören der Saal der Grotesken, dekoriert mit Fresken von Cesare Baglione, und der Herkulessaal, etwa 1543 von Niccolò dell’Abate gemalt. Die Besichtigung des Hauptgeschosses endet mit dem Appartment von Giampaolo IV, bestehend aus dem Thronsaal, dem Salon und der Alkove. Das Ensemble, das in den frühen Jahren des 18. Jahrhunderts entstand und mit Schnitzereien und vergoldeten Stuckaturen von Lorenzo Aili und Giacomo Mercoli verkleidet ist, stellt zweifellos das außergewöhnlichste Beispiel der Innenraumdekoration in der Region dar, veredelt durch die Möbel des Venezianers Fanoli.
Informationen zu Rocca Meli Lupi
Piazza Meli Lupi, 5,
43019 Soragna (Parma)
0524597978
meli_lupi@libero.it
Quelle: MIBACT

