Penne, Loreto Aprutino, Pianella, Tocco da Casauria sind ruhige und zugleich raue Dörfer, voller Kunst und Geschichte; eingerahmt von Hügelkämmen bedeckt mit Olivenbäumen und Weinbergen und geöffnet zum kobaltblauen Adriatischen Meer.
Erster Tag
Penne liegt auf einem Hügel, von dem man bis zum Gran Sasso blicken kann. Es ist ein Dorf mit Höhen und Tiefen, mit sehenswerten herrschaftlichen Gebäuden. Von großem Interesse sind das Tor Porta San Francesco aus dem Jahr 1780; der Dom und das nahegelegene Museum; die Kirchen Sant’Agostino, Annunziata (eine der schönsten des 18. Jahrhunderts in den Abruzzen), San Giovanni Evangelista und San Domenico. Eine etwa 5 km lange Straße führt vom Ort zum Lago di Penne, der zum Regionalen Naturschutzgebiet wurde, mit 150 Hektar Fläche, in dem verschiedene Standvogel- und Zugvogelarten Zuflucht finden. Hier hat der WWF auch eine Oase geschaffen, in der Füchse, Dachse, Wildschweine, Marder, Wildkatzen, Stinktiere und Wiesel leben.
Es gibt außerdem ein Besucherzentrum, eines für Umweltbildung, einen Botanischen Garten, einen Schmetterlingsgarten sowie ein wichtiges Wiederansiedlungszentrum für Otter, die wahre Attraktion des Parks, die Erwachsene und Kinder hinter einer Glasscheibe bewundern können, wenn sie in das klare Wasser des Sees tauchen, sich in Verfolgungsjagden und Unterwasserakrobatik zeigen – ein echtes Schauspiel! Von Penne aus erreicht man über die Hügellandschaft Loreto Aprutino, das als kleine Hauptstadt des extra-nativen Olivenöls der Region Abruzzen-Pescara Dop gilt.
Der Ort mittelalterlichen Ursprungs bewahrt architektonische Schätze, wie die dreizehntürmige Kirche San Pietro Apostolo auf dem Hügel; den Palast der Barone Acerbo mit der größten Sammlung antiker Abruzzen-Keramik; die zweihundertjährige Kirche San Francesco und die Burg Chiola, die in ein Charm-Hotel umgewandelt wurde.
Zweiter Tag
Südöstlich von Loreto kann man über eine Hügellandschaft das Dorf Pianella erreichen, das die Basilika Santa Maria Maggiore beherbergt, die im 12. Jahrhundert von Benediktinermönchen auf einem Hügel unweit des Ortszentrums errichtet wurde. Außen fallen ein eleganter Glockenturm aus Backstein, das Rosettenfenster und das Portal im Casauriense-Stil auf. Im Inneren hingegen zeigt sich ein äußerst reich ausgestaltetes Ambon aus Kalkstein, das Anfang des 13. Jahrhunderts vom Meister Acuto geschaffen und mit Symbolen der vier Evangelisten verziert wurde.
Südwestlich von Pianella, in San Clemente a Casauria, nahe dem Ort Tocco, liegt die berühmteste Abtei der Abruzzen mit sehr alten Ursprüngen: Ihre Gründung geht auf das Jahr 871 n. Chr. zurück. Von Sarazenen und Normannen geplündert, wurde sie Ende des 12. Jahrhunderts wieder aufgebaut. Das Portal und der Arkadengang bewahren außergewöhnliche Reliefs. Auch das Ambon, der aus einem römischen Sarkophag gewonnene Altar und die Krypta sind von großer Eleganz. San Clemente ist außerdem ein historischer Ort, hier wurde das Chronicon casauriense verfasst, das als grundlegendes Dokument für das mittelalterliche Europa gilt und heute in der Bibliothèque Nationale in Paris verwahrt wird.

