Der Raum, ursprünglich für die Unterbringung einer Anlage zur Stromerzeugung konzipiert, zeigt eine großzügige Grundfläche und einen architektonischen Baukörper, der mit der poetischen Perspektive betrachtet werden sollte von demjenigen, der ein ungenutztes Gebäude in einen verwirklichten Traum, in eine kreative Explosion verwandelt hat: das Hermann Nitsch Archiv/ Labor für zeitgenössische Künste, gewidmet dem Wiener Künstler und der visuellen Experimentation, die um die 60er Jahre entstanden ist.
Ein Ort für die Künste in Neapel, aber vor allem ein Treffpunkt, an dem die Kontinuität der Erinnerung an die Vergangenheit die Gegenwart nährt, verstanden als heraufbeschworene erinnerbare Substanz, als mögliches Gegengift im Sinne einer Bruchdeklaration gegenüber den Anzeichen von heimtückischen Konsumzwängen.
Der Ausstellungsrundgang dieses exklusiven Ortes, der seit jeher die Dringlichkeit verspürt, sich zu erneuern und die kulturelle Vertiefung zu fördern, präsentiert feste Sektionen und zweijährige Ausstellungen (September 2010) mit einigen neuen Werken von H. Nitsch: 45 aktion-1974, Neapel, Studio Morra, 54 leraktion-1977, Neapel, Studio Morra 18 malaktion-1986 Neapel, Casa Morra, 96 aktion-1996 Neapel, Vigna San Martino, 55 malaktion-2008 Neapel, Museo Nitsch, 130 aktion-2010 Neapel, Museo Nitsch. Das Museum ist geprägt von einer Reihe fundamentaler Einheiten: das Archiv; das Dokumentations-, Forschungs- und Ausbildungszentrum; die Bibliothek / Mediathek; die Abteilung für experimentellen unabhängigen Film; die Diskothek für zeitgenössische Musik (von 1940 bis heute) und das Zentrum für darstellende und multimediale Künste.
Das Ziel ist, dass der Nutzer zum Protagonisten und aktiven Teil des Labors wird, die Absicht ist es, die historische Erinnerung zu bewahren, indem eine Reihe von Medien und Dokumenten angeboten werden, die den historisch-existentiellen Kontext der Werke und der Künstler, die sie geschaffen haben, zeichnen können.
In Anspruch nehmend tiefgehende anthropologische Zusammenhänge, sieht sich das Hermann Nitsch Museum als Raum, in dem die Möglichkeit gefordert wird, sich selbst zu erkennen, sich abzuheben, sich um das Wesen der Kunst, ihrer Sprachen, ihrer Dramaturgie, ihrer Farben, ihrer asymmetrischen und scharfen Bedeutungsformen herum zu unterhalten.

