Das Internationale Museum und die Musikbibliothek befinden sich im historischen Zentrum von Bologna im prestigeträchtigen Palazzo Sanguinetti. Das Gebäude wurde nach einer langen und sorgfältigen Restaurierung, die die Fresken im Inneren aus der Zeit zwischen Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts in ihren ursprünglichen Glanz zurückversetzte, wieder für die Öffentlichkeit geöffnet. Das Piano Nobile des Palastes beherbergt die neun Säle der Ausstellung, die etwa sechs Jahrhunderte europäischer Musikgeschichte nachzeichnen mit über hundert Gemälden berühmter Musiker, mehr als achtzig antiken Musikinstrumenten und einer umfangreichen Auswahl an historischen Dokumenten von großem Wert: Abhandlungen, Bücher, Opernhefte, Briefe, Manuskripte und Autographen, die aus dem Nachlass von Padre Giambattista Martini stammen.
Im Erdgeschoss befindet sich außerdem die detailgetreue Rekonstruktion der Werkstatt des berühmten Geigenbauers Otello Bignami, gestiftet von seinen Erben.
Der Museumsrundgang beginnt in dem “üppig” dekorierten Saal, der als Boschereccia bekannt ist, mit einigen symbolischen Werken, die als Prolog für die Besucher dienen, die sich auf die Reise in die musikalische Welt begeben.
Die Säle 2 und 3 sind dem geistigen Vater des neuen Museums gewidmet, dargestellt in einem Ovalsegment von Angelo Crescimbeni: dem Giambattista Martini, dessen wertvoller moralischer, intellektueller und materieller Nachlass hier gewürdigt und dem großen Publikum bekannt gemacht wird.
Insbesondere im Saal 3 werden die Beziehungen zwischen Padre Martini und den herausragenden Persönlichkeiten der Musikwelt jener Zeit dargestellt, wie dem jungen Mozart oder Johann Christian Bach, der in einem berühmten Porträt von Gainsborough dargestellt ist. Im selben Raum können auch die berühmten Musikbibliothekstüren von Giuseppe Maria Crespi bewundert werden.
Weiter geht es im Saal 4 (“Die Idee der Musik”), der den Musiktheoretikern vom 15. bis zum 17. Jahrhundert gewidmet ist, mit bedeutenden Beispielen musikalischer Abhandlungen, Porträts der jeweiligen Autoren und einigen besonders wichtigen Musikinstrumenten wie dem einzigartigen Clavicembalo Omnitonum von Vito Trasuntino (Venedig 1606).
Einige der wichtigsten Stücke sind im anschließenden Kunstsaal (Saal 5) ausgestellt, der den “Musikbüchern und Instrumenten des 16. und 17. Jahrhunderts” gewidmet ist. In modernen, runden Vitrinen in der Mitte des Raumes, die dem reich verzierten Bodenbelag folgen, sind äußerst seltene Texte vom späten 15. Jahrhundert bis zum berühmten Harmonice Musices Odhecaton A., dem ersten gedruckten Musikbuch von Ottaviano Petrucci, zu sehen. Dazu kommen die Instrumente: Lauten; die Flötenharmonie von Manfredo Settala aus dem Jahr 1650, ein echtes Unikat; das Pochetten, kleine Geigen, die von Tanzmeistern verwendet wurden; sowie Drehleiern, Serpentinen und die außergewöhnliche Reihe von Hörnern und Cornetti aus dem 16. und 17. Jahrhundert; schließlich ein außergewöhnliches Bühneninstrument, die Theorbe in Form einer Khitára.
Die italienische Oper wird in den folgenden Sälen zum Protagonisten. Zunächst das 18. Jahrhundert im Saal 6, der dem berühmten Sänger Carlo Broschi, genannt Farinelli, gewidmet ist: Sein wunderschönes Porträt von Corrado Giaquinto dominiert den Raum zusammen mit Porträts von Kastraten verschiedener Epochen und Komponisten der Zeit, darunter Antonio Vivaldi und Domenico Cimarosa.
Im Saal 7 steht das 19. Jahrhundert und Gioachino Rossini im Mittelpunkt, dessen Name untrennbar mit Bologna verbunden ist: Porträts, Büsten, Libretti der ersten Aufführungen mit Isabella Colbran, Sängerin und erste Ehefrau; die Autographpartitur von Il Barbiere di Siviglia; aber auch kuriose persönliche Gegenstände wie der Morgenmantel oder die Perücke sowie das 1844 von Camille Pleyel gefertigte Flügelklavier, das ihm gehörte.
Die Reise geht weiter durch die Jahrhunderte, musikalische Gebräuche und Moden im Saal 8, der den “Musikbüchern und Instrumenten der 18. und 19. Jahrhunderte” gewidmet ist: Liebesviolen und Querflöten neben Partituren von Torelli, Vivaldi, Bertoni u.a. sowie Klarinetten und die wunderschöne Buccin-Trompete, gebaut in Lyon von Jean Baptiste Tabard (1812-1845).
Informationen zum Internationalen Museum und Musikbibliothek
Strada Maggiore, 34,
40121 Bologna (Bologna)
0512757711
museomusica@comune.bologna.it
https://www.museomusicabologna.it
Quelle: MIBACT

