Das Kloster der Observanz, erbaut von den Minderbrüdern der Observanz im Jahr 1403, war der erste Sitz der franziskanischen Reform in Bologna und ist mit der Kirche S. Paolo in Monte verbunden, die 1828 von V. Vannini im neoklassizistischen Stil wiederaufgebaut wurde. Im Komplex befinden sich das Missionskunstmuseum für chinesische Kunst, das 1964 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und 1996 neu eingerichtet wurde. Es zeigt ethnographische Materialien, die von den Minderbrüdern der Provinz Emilia gesammelt wurden, die in Afrika und im Fernen Osten, besonders in China, tätig sind, sowie das Observanzmuseum. Letzteres wurde 2003 eröffnet und bewahrt wertvolle Beispiele sakraler Kunst, die den Minderbrüdern gehörten. Es werden bedeutende Gemälde von C. Bononi, E. Sirani, G. Cavedoni, G. und U. Gandolfi, A. Crespi und F. Pedrini aufbewahrt. Die chinesische Kultur zwischen dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert ist gut dokumentiert: Neben Artefakten von hohem kunsthistorischem Wert, darunter eine Reihe von Bronzestatuetten buddhistischer Motive oder seltene Beispiele kleiner Holzschnitzereien aus Hunan, umfasst die Sammlung Alltagsgegenstände, Kleidung, bestickte Seiden, Wandteppiche, Gemälde und Gegenstände, die den Missionsbrüdern gehörten. Abgerundet wird die Ausstellung durch Artefakte aus Ozeanien und Zentralafrika, von denen Musikinstrumente und Elfenbein stammen. Ein Abschnitt des Observanzmuseums ist den Gegenständen des klösterlichen Lebens und den archäologischen Funden gewidmet, die während der Ausgrabungen in der Nähe des Klosters zutage gefördert wurden. Zu den bedeutenden Kunstwerken zählen das Tafelbild “Kreuzigung” von Orazio di Jacopo, die Terrakottaskulptur “Heiliger Onofrio, getragen von Engeln” von Gaetano Gandolfi, einige Werke der liturgischen Goldschmiedekunst und die Miniaturen des Bolognesers Nicolò di Giacomo aus dem 14. Jahrhundert.
Informationen zum Chinesischen Missionskunstmuseum und Observanzmuseum
Via dell’Osservanza, 88,
40121 Bologna (Bologna)
051580597
frati.osservanza@libero.it
Quelle: MIBACT

