David Bowie wurde in London, im Stadtteil Brixton, geboren. Obwohl er viele Jahre woanders lebte (vor allem in New York und Berlin), bleibt London eine Stadt, die untrennbar mit seiner Karriere und seinem Erfolg verbunden ist.
Diese Reiseroute mit zehn Stationen führt durch die Viertel Brixton, Soho, Mayfair, Hammersmith und South Kensington und ist eine wahre Pilgerreise für alle, die den großen Künstler lieben.
10 Orte von David Bowie in London: Entdeckungsroute
1 David Bowies Geburtshaus
Wo: 40 Stansfield Road – SW9 9RY. U-Bahn: Brixton.
David Robert Jones wurde am 8. Januar 1947 in diesem Haus, an der Grenze zwischen Brixton und Stockwell, geboren, seine Mutter war Margaret Mary „Peggy“ Burns, die als Kellnerin in einem Kino arbeitete, und sein Vater Haywood Stanton „John“ Jones, Angestellter bei der Wohltätigkeitsorganisation Barnardo’s. Bowie lebte bis zu seinem sechsten Lebensjahr in diesem Haus, bevor die Familie nach Bromley zog.

2 Das Murale in Brixton
Wo: Tunstall Road – SW9 8BN. U-Bahn: Brixton.
Vor der U-Bahn-Station Brixton, an der Seitenfassade des großen Kaufhauses Morleys, befindet sich das berühmte Murale von David Bowie, inspiriert vom ikonischen Cover des Albums Alladin Sane. Das Murale wurde 2013 vom australischen Künstler James Cochran zum Anlass der Ausstellung im Victoria & Albert Museum, die Bowie gewidmet war, gemalt.
Im Januar 2016, nach dem Tod des Künstlers, wurde dieser Ort zu einem echten Wallfahrtsziel mit Tausenden von Menschen (mich eingeschlossen), die vorbeikamen, um eine Blume oder eine Karte zu hinterlassen. Viele schrieben Nachrichten auf das Murale, das daraufhin neu gestrichen und mit einer Schutzfolie aus Kunststoff versehen wurde.

3 Heddon Street
Wo: 23 Heddon Street – W1B 4BQ. U-Bahn: Piccadilly Circus oder Oxford Circus.
In dieser ruhigen Fußgängerquerstraße der Regent Street, gegenüber Hausnummer 23, wurde das Foto für das Cover von The Rise and Fall of Ziggy Stardust and The Spiders from Mars aufgenommen. Im Januar 1972 fotografierte Brian Ward für das Album in einem Studio in der Heddon Street. Irgendwann schlug er vor, ein paar Fotos draußen zu machen, aber die Band lehnte wegen der eisigen Kälte und des Regens ab. Nur Bowie stimmte zu.
Der genaue Ort des Fotos wird durch eine Gedenktafel markiert, die 2012 von den Mitgliedern der Spiders from Mars Trevor Bolder und Mick Woodmansey sowie von Gary Kemp von Spandau Ballet, einem langjährigen Bowie-Fan, enthüllt wurde.

4 Trident Studios
Wo: 17 St. Anne’s Court – W1F 0BQ. U-Bahn: Tottenham Court Road oder Leicester Square.
In diesen Studios in Soho nahm David Bowie fünf Alben auf: Space Oddity (1969), The Man Who Sold the World (1970), Hunky Dory (1971), The Rise and Fall of Ziggy Stardust and The Spiders From Mars (1972) und Aladdin Sane (1973).
Das Portfolio der Produktionen der Trident Studios ist beeindruckend. Ihr Erfolg beruht auf verschiedenen Faktoren, nicht zuletzt auf dem Einsatz von Spitzentechnologie. So waren sie einer der ersten, die ein Achtspur-Aufnahmesystem einsetzten, während selbst die Abbey Road Studios nur vier Spuren verwendeten.
Das Flügelklavier der Trident Studios ist eine absolute Legende: Es war ein handgefertigter Bechstein aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Es war berüchtigt dafür, schwer zu spielen zu sein, da die Tasten sehr hart waren. Doch einmal gespielt, war der Klang brillant und kristallklar, weshalb es als „das beste Rock’n’Roll-Klavier aller Zeiten“ bezeichnet wurde. Man hört es unter anderem in Hey Jude von den Beatles, Killer Queen von Queen und Your Song von Elton John. Und natürlich in Suffragette City, Life on Mars?, Oh! You Pretty Things und Aladdin Sane.

5 La Gioconda Café
Wo: 9 Denmark Street, Soho – WC2H 8LS. Heute Sitz des Restaurants Flat Iron. U-Bahn: Tottenham Court Road.
Die Denmark Street hatte sich den Spitznamen Britain’s Tin Pan Alley verdient, in Anlehnung an das gleichnamige Viertel in New York mit Musikverlagen, Songwritern und Produzenten. Die Denmark Street war der Ort, den man besuchen musste, wenn man Musiker werden wollte, weil man dort die richtigen Leute traf. So tat es auch David Bowie, der den Londoner Vorort, in dem er damals lebte, verließ, einen alten Krankenwagen in eine Art Camper verwandelte und buchstäblich am Straßenrand campierte.
Während dieses Aufenthalts war La Gioconda Café (Hausnummer 9) sein Treffpunkt, den auch Jimi Hendrix, Elton John und Marc Bolan frequentierten. Dort gründete Bowie eine seiner Bands, The Lower Third.
Was heute von der langen musikalischen Geschichte der Denmark Street übrig bleibt, sind nur einige Musikgeschäfte. La Gioconda wurde in ein Restaurant der Steakhauskette Flat Iron umgewandelt, und die Straße ist Teil eines Umgestaltungsprojekts für das gesamte Gebiet der Tottenham Court Road.

6 Marquee Club
Wo: 90 Wardour Street – W1F 0TH. Heute eine Wohnanlage. U-Bahn: Tottenham Court Road, Leicester Square oder Piccadilly Circus.
Der Marquee ist einer der historischen Clubs Londons. Alle (wirklich alle) britischen Künstler der 60er, 70er und 80er Jahre traten dort auf.
David Bowie besuchte den Club regelmäßig als Zuschauer und gab zwischen 1965 und 1973 22 Konzerte dort. Die ersten vier Konzerte spielte er mit der Band The Lower Third. Danach erhielt er mit der neuen Band The Buzz eine Residency mit 14 Terminen im Jahr 1966. 1969, als aus David Jones David Bowie wurde (um Verwechslungen mit Davy Jones von den Monkees zu vermeiden), spielte er einmal im Marquee nach der Veröffentlichung von Space Oddity und ein letztes Mal am 3. Februar 1970, um das Album Hunky Dory vorzustellen.
Mit der Erfindung seines Alter Ego Ziggy Stardust wurde Bowie enorm berühmt, und der Marquee zu klein, um die Menge an Fans zu fassen. Deshalb spielte er dort nur noch zwei exklusive Termine mit Einladung im Oktober 1973 für die Aufzeichnung einer Show für den US-Sender NBC.
1988 wurde das Gebäude in der Wardour Street verkauft und umgebaut: Der Saal des Clubs wurde abgerissen und an seiner Stelle ein Restaurant errichtet. Der ursprüngliche Eingang des Clubs dient heute als Eingang zu den Soho Loft Apartments. Der Club zog zunächst weiter nach Charing Cross und später an andere Orte in Soho, bevor er 2008 endgültig schloss.
Sieh dir einen Ausschnitt des Konzerts für NBC von 1973 im Video unten an.
7 The Wag
Wo: 33-37 Wardour Street – W1D 6PU. Heute Sitz des Gastro-Pubs O’Neill’s. U-Bahn: Leicester Square oder Piccadilly Circus.
1984 drehte David Bowie im Wag das Musikvideo zu Blue Jean, Regie: Julien Temple, das 1985 den Grammy für das beste Video gewann.
Dieses Lokal am Rande von Soho’s Chinatown hat eine lange und glorreiche Geschichte. In den 50er und 60er Jahren war es Sitz des Flamingo Clubs, in dem man den besten Jazz und R&B hören konnte und eines der ersten englischen Clubs war, das Ska-Bands beherbergte. Anfang der 70er Jahre, nach einer kurzen Phase unter dem Namen The Temple, wurden die oberen Stockwerke zum Whisky a Go Go, das 1981 in The Wag umbenannt wurde.
The Wag war einer der ikonischen Underground-Clubs der 80er Jahre, ein Treffpunkt in der Musik- und Modeszene, mit Stammgästen wie Boy George, Sade, George Michael, Jean Paul Gaultier und John Galliano.
2001 wurde der Club geschlossen und das Lokal in ein O’Neill’s Pub verwandelt.
Sieh dir das Video zu Blue Jean an
8 Hard Rock Cafe Mayfair
Wo: 150 Old Park Lane, Mayfair – W1K 1QZ. U-Bahn: Hyde Park Corner.
Das berühmte Restaurant, inspiriert von der Rockgeschichte, birgt im Inneren einen kleinen Schatz: The Vault, ehemals Tresorraum der Coutts Bank, in dem auch die Königin ihre persönlichen Wertgegenstände aufbewahrte. Heute ist es ein kleines Museum für Rock-Memorabilia, das unter anderem eine Gitarre von David Bowie ausstellt. Das wertvollste Stück ist die Gitarre, die Jimi Hendrix auf der Isle of Wight spielte (versichert auf über 4 Millionen Pfund); bemerkenswert ist auch das Korsett von Jean Paul Gaultier, das Madonna auf der Blonde Ambition Tour trug.
Das Museum ist täglich von 12:00 bis 20:00 Uhr geöffnet (freitags und samstags bis 21:00 Uhr) und der Eintritt ist frei.
9 Hammersmith Odeon
Wo: 45 Queen Caroline Street, Hammersmith – W6 9QH. U-Bahn: Hammersmith.
David Bowie trat am 3. Juli 1973 im Hammersmith Odeon (heute Eventim Apollo) auf. Das Konzert wurde historisch, weil Bowie mit dem letzten Song Rock and Roll Suicide sein Alter Ego Ziggy Stardust symbolisch „tötete“. Dieses unerwartete Ereignis löste nicht nur Bestürzung bei den Fans aus, sondern auch bei den Spiders from Mars, die dadurch erfuhren, dass sie entlassen wurden. Das Konzert wurde komplett von Donn Alan Pennebaker gefilmt und wurde zum Dokumentarfilm Ziggy Stardust and the Spiders from Mars, der 1979 veröffentlicht wurde.
Das Hammersmith Odeon wurde 1932 als Gaumont Palace eröffnet. Im Laufe seiner langen Geschichte gastierten dort zahlreiche Künstler, darunter Buddy Holly, die Beatles, Queen, Elton John und Blondie. Es diente auch als Kulisse für viele Live-Aufnahmen von Ton und Bild und ist auf dem Innenfotos des Albums Quadrophenia der Who zu sehen.
Im Jahr 2021 stehen unter anderem Konzerte von Ellie Goulding, Thom Yorke und Ronan Keating auf dem Programm.
Sieh dir Rock and Roll Suicide vom letzten Ziggy Stardust Konzert an.
10 Royal Albert Hall
Wo: Kensington Gore, South Kensington SW7 2AP – U-Bahn: South Kensington.
Obwohl die Royal Albert Hall eine legendäre Konzerthalle ist, trat David Bowie dort nur zweimal auf. Das erste Mal am 12. März 1970, als er Space Oddity solo bei einem Benefizkonzert für geistig behinderte Kinder sang.
Das zweite Mal war am 29. Mai 2006 als Überraschungsgast von David Gilmour. Die beiden Legenden schlossen das Konzert mit Duetten von Arnold Layne und Comfortably Numb ab. Dies war Bowies letzter Auftritt in Großbritannien.
Die Royal Albert Hall veranstaltet jährlich die BBC Proms, eine umfangreiche Sommersaison von Konzerten. Das Prom-Konzert am 29. Juli 2016 war David Bowies Musik gewidmet und es traten unter anderem Anna Calvi, Laura Mvula und Marc Almond auf.
Die Royal Albert Hall hat auch in diesem Jahr ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit Konzerten von unter anderen Brian Adams, Eric Clapton und Patti Smith. Ab Frühjahr 2021 werden auch wieder Theaterführungen angeboten, die über die Webseite gebucht werden können.
Sieh dir Comfortably Numb mit David Gilmour und David Bowie in der Royal Albert Hall an

