Wien ist eine wundervolle, romantische Stadt voller Kunst und das ideale Ziel für ein Wochenende voller Schönheit. Jede Ecke der Altstadt ist bezaubernd, und abgesehen von den berühmtesten Denkmälern genügt es einfach, sich umzuschauen, um Auge und Geist zu erfreuen.
Ein paar Tage in Wien zu verbringen, selbst nur ein Wochenende, ist eine angenehme Möglichkeit, dem Alltag zu entfliehen. Um das Beste daraus zu machen, braucht man nur zwei Dinge: ein Hotel im Zentrum zu buchen, vorzugsweise in der Innere Stadt, und bequeme Schuhe zu tragen, denn Wien lässt sich zu Fuß hervorragend erkunden, ohne lange und anstrengende Fahrten.
Wenn Sie noch nie in Wien waren, dürfen Sie die wichtigsten Wahrzeichen nicht verpassen: die Stephansdom und die Hofburg.
Stephansdom
Stephansdom hat mittelalterliche Ursprünge, und seine gotischen Formen sind außen deutlich sichtbar. Das Dach mit bunten, zickzackförmigen Ziegelmustern ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Die Innenausstattung ist schichtartig entstanden und vorwiegend barock. Gleich neben der Kathedrale, am Anfang des eleganten Graben, befindet sich die Pestsäule, eine monumentale Säule zum Gedenken an die Opfer der Pest von 1679.

Hofburg: der Winterpalast der Habsburger
Die Hofburg ist der Winterpalast der Habsburger. Ein Besuch ist essenziell, um das Leben der legendären Persönlichkeiten Franz Joseph und seiner Frau Elisabeth von Bayern, besser bekannt als Sissi, besser zu verstehen. Die Tour beginnt mit dem Sissi Museum, wo Kleider, Schmuck und Schriften der Kaiserin ausgestellt sind, und führt dann zu den Kaiserappartements. Neben den Repräsentationssälen, darunter der wunderschön für ein offizielles Bankett ausgestattete Speisesaal, gibt es die intimsten Zimmer, wie das Arbeitszimmer von Franz Joseph und das Schlafzimmer von Sissi.
Eine Besonderheit: Die Kaiserin war sehr gesundheitsbewusst, weshalb ihr Zimmer mit Trainingsgeräten für tägliche Übungen ausgestattet ist. Innerhalb der Hofburg kann man den kaiserlichen Alltag auch durch die Silberkammer, die Staatsbibliothek und die Spanische Hofreitschule kennenlernen, wo die prächtigen Lipizzaner weiß gezügelt werden.
Der Ring ist ein Straßenring, der den mittelalterlichen Befestigungsring umschließt. Er umfasst die Innere Stadt, wortwörtlich „Innere Stadt“, den ältesten Kern der Stadt. Ein Spaziergang entlang der fünf Kilometer langen Ringstraße erlaubt es, viele Denkmäler zu bewundern und sich in den verschiedenen angrenzenden Parks zu erholen.
Beginnt man am Schottenring an der Ecke zur Donau, trifft man auf das Gebäude der Börse. Gegründet von Kaiserin Maria Theresia im Jahr 1771, ist die Wiener Börse eine der ältesten der Welt. An der Ecke zum Universitätsring erhebt sich die Votivkirche, eine neugotische Kirche, die Erzherzog Maximilian als Dankesvotiv nach dem gescheiterten Attentat auf seinen Bruder Franz Joseph errichten ließ. Innen gibt es eine vier Meter hohe Kerze, die theoretisch hundert Jahre lang ununterbrochen brennen könnte.
Die nächste Ringstraße, der Universitätsring, verdankt seinen Namen der Hauptniederlassung der Universität Wien. Weiter findet man das Rathaus, das neugotische Rathaus, vor dessen Platz im Dezember der berühmte Weihnachtsmarkt stattfindet. Gegenüber dem Rathaus liegt das Burgtheater, das bedeutendste Theater Wiens nach der Staatsoper. Die Decke des Ehrensturms wurde von Gustav Klimt bemalt, der zusammen mit seinem Bruder Ernst und Franz Matsch zu Beginn seiner Karriere als Meister der Innenraumgestaltung öffentlicher Monumentalgebäude galt.
Weiter auf dem Dr. Karl Renner Ring kann man die neoklassizistische Parlamentsgebäude bewundern, während sich auf der gegenüberliegenden Seite der Volksgarten befindet, ein öffentlicher Park aus dem 19. Jahrhundert.

Burgring
Der Burgring ist einer der prächtigsten Abschnitte des Rings: Rechts sieht man die beiden Zwillingsgebäude der Museen am Maria-Theresien-Platz, während sich auf der anderen Seite die große Freifläche der Heldenplatz mit den Gebäuden der Hofburg öffnet, gefolgt im Opernring vom Burgarten, einem Park mit einem großen Jugendstil-Gewächshaus. Dem Besucher bleibt kaum Zeit zur Ruhe, denn gleich danach beeindruckt ihn die majestätische Fassade des Wiener Opernhauses, eines der bedeutendsten Operntheater der Welt.

Kärntner Ring
Entlang des Kärntner Rings reihen sich einige historische Luxushotels der Stadt aneinander, während rechts vom gesamten Parkring der Stadtpark entlangfließt, durchzogen von einem kanalisierten Arm der Donau. Die letzte Ringstraße, der Stubenring, widmet sich den angewandten Künsten. An ihm befinden sich die Universität für angewandte Kunst und vor allem das MAK, Museum für Angewandte Kunst, mit seinen kostbaren Sammlungen von Möbeln, Einrichtungsgegenständen und Textilien vom Mittelalter bis heute.
Die Ringstraße entlang der Donau endet mit dem Franz-Joseph-Kai. Man kann ihn entlanggehen oder von hier in die Wolfgang Schmitz Promenade einsteigen, einen Fußweg am Flussufer.

Unmittelbar außerhalb des Rings, aber dennoch zu Fuß erreichbar, gibt es weitere Orte, die einen Besuch wert sind. Gleich außerhalb des Opernrings gelangt man leicht zur Secession, dem Pavillon, den die Namensgeber dieser Kunstbewegung erbauten, um ihre Werke auszustellen. Dort ist der Beethovenfries von Gustav Klimt zu sehen, ein visuelles Begleitwerk zur Neunten Sinfonie des großen deutschen Komponisten.
Etwas weiter öffnet sich der Karlsplatz, geprägt von der schönen barocken Karlskirche und umgeben von bedeutenden Monumenten und Museen wie der Kunsthalle, der Albertina Modern und dem Wien Museum, nicht zu vergessen dem Musikverein, der musikalischen Vereinigung, in deren Saal alljährlich das berühmte Neujahrskonzert stattfindet.

Weiter am Karlsplatz vorbei gelangt man zum Belvedere, dem barocken kaiserlichen Schloss, das eine beeindruckende Kunstsammlung beherbergt, deren Höhepunkt die weltweit bedeutendste Sammlung von Klimt-Gemälden ist, darunter Der Kuss und Judith.

Wenn Sie nicht auf den Besuch wenigstens eines Museums verzichten möchten, bietet Wien eine große Auswahl. Bereits erwähnt wurden das MAK und das Belvedere. Am Maria-Theresien-Platz beherbergen zwei große Zwillingspaläste das Kunsthistorische Museum und das Naturhistorische Museum. Beide von Franz Joseph gegründet, widmet sich das erste der Kunstgeschichte von der Antike bis zum 20. Jahrhundert und ist in fünf Bereiche gegliedert: altägyptisch-orientalische Antiken, klassische Antike, Kunstkammer (Kunstobjekte), Gemäldegalerie und Numismatik. Auch diese Haupttreppenhausfresken stammen von den Brüdern Klimt und Franz Matsch. Das Naturhistorische Museum beschäftigt sich mit Naturgeschichte und zeigt unter anderem die Venus von Willendorf, eine Muttergöttin von circa 25.000 Jahren.
Die Albertina ist ein Museum, das aus der Sammlung grafischer Werke des Herzogs Albert entstand. Ihre Sammlung, der kürzlich eine Fotografiesektion hinzugefügt wurde, ist so umfangreich, dass die meisten Werke im Wechsel gezeigt und oft thematisch ausgestellt werden. Kürzlich wurden zwanzig Räume der Ursprungresidenz restauriert und wieder geöffnet.

Kürzlich wurde etwas außerhalb des Rings das Museumsquartier geschaffen, wo unter anderem das Leopold Museum mit seiner Sammlung Wiener Künstler des 20. Jahrhunderts, darunter eine umfangreiche Auswahl von Egon Schiele-Werken, und das Mumok, das Museum für Moderne Kunst, mit Schwerpunkt auf bildnerischen Strömungen des 20. Jahrhunderts, hervorstechen.
Auch Liebhaber kleinerer, spezialisierter Museen werden nicht enttäuscht: Besonders erwähnenswert ist das Papyrusmuseum, einzigartig seiner Art, wo man unter anderem eine äußerst seltene griechische Partitura eines Chores aus Orestes von Euripides bewundern kann.
Ein angenehmes Wochenende kann auch etwas Shopping und Kulinarik beinhalten. Die eleganten Einkaufsstraßen Wiens befinden sich vor allem in der Nähe des Doms: Kärntner Straße, Graben und Kohlmarkt. Gleich außerhalb des Rings, ausgehend vom Museumsquartier, erstreckt sich die Mariahilfer Straße, wo sich die bekannten Namen der High-Street-Mode finden lassen.
Zu den typischsten Wiener Produkten gehören das kostbare Augarten-Porzellan sowie Schokolade und Süßigkeiten. Wien hat eine echte Cafékultur, die man unbedingt erleben sollte. Eines der besten Wiener Cafés ist das Café Central im eleganten Palais Ferstel. Natürlich darf man auch die Nationalspezialität probieren, die Sachertorte, an ihrem Ursprungsort, dem Café im Hotel Sacher, unweit der Oper.

Was die Küche betrifft, ist das bekannteste Wiener Gericht die Wiener Schnitzel, ein paniertes, gebratenes Kalbsschnitzel ähnlich dem Mailänder Schnitzel. Ebenfalls sehr beliebt sind das Tafelspitz, Rindfleisch, das in Wein mit Gewürzen und Gemüse gekocht wird, sowie ungarische Gerichte wie das Gulasch. Diese kulinarischen Grundpfeiler sind überall erhältlich, ohne jemals zu enttäuschen.


