Nachdem die Mineralien zunächst grob in hydraulischen Brechern zerkleinert wurden, die innerhalb der Stollen eingebaut waren, wurden sie auf kleine Züge verladen und dank eines raffinierten Systems aus schiefen Ebenen und Gegengewichten, das einen Höhenunterschied von stolzen 1200 Metern überwand, zur Aufbereitungsanlage Massaeria im Ridnauntal transportiert.
Im 16. Jahrhundert arbeiteten mindestens tausend Menschen in den Bergwerken von Monteneve, und zwischen diesen Gipfeln lag auch ihr Dorf. Eine Gemeinschaft mit eigener Schule, Kapelle und Musikkapelle, entstanden an einem so unwirtlichen Ort, an dem nur Schnittlauch wuchs und Weide für wenige Monate im Jahr möglich war, wegen der strengen Wintertemperaturen. Es wird erzählt, dass der Schnee in Monteneve in einem besonders kalten Jahr bis zu sieben Meter hoch lag.
Die Bergleute arbeiteten jedoch im Bergwerk, das wenigstens wärmer war als draußen. Denn in der Grube liegt die Temperatur konstant bei etwa 8°C, aber die Luftfeuchtigkeit übersteigt 95%!
Ein hartes und gefährliches Leben war das der Bergleute. Noch heute werden in den Bergwerken der Welt viele Unfälle durch Einstürze und Überschwemmungen in den Stollen verzeichnet. In Monteneve bestand außerdem die Gefahr von Lawinen.
Als die Bergwerksarbeit nicht mehr rentabel war, beschlossen Unternehmer und Eigentümer der Vorkommen, die Abbaugebiete zu verlassen, weil „in der Bergbauindustrie es eher passiert, dass zehn arm werden, statt dass einer reich wird.“ Zum Glück war die Aufgabe jedoch nicht endgültig und nach über achthundert Jahren Geschichte wurden das Dorf, die Stollen und Anlagen zu einem außergewöhnlichen Freilichtmuseum, das im Sommer von jedermann besucht werden kann.
In der alten Aufbereitungsanlage Massaeria haben die Verantwortlichen des Provinzmuseums der Bergwerke geduldig Werkzeuge und historische Reliquien der Bergbaugemeinschaft von Monteneve gesammelt und ausgestellt, und um allen die Spannung des faszinierenden und gefährlichen Lebens im Stollen zu vermitteln, wurden Führungen in den Bergwerken organisiert.
Ein faszinierendes Erlebnis, das sich lohnt, zumindest um sich bewusst zu machen, wie hart das Leben jener Handvoll Männer war, die die kollektive Vorstellung viel zu oft mit dem Märchen der sieben Zwerge assoziiert. Die Tour reicht von der einfachsten, die auch für Kinder und ältere Menschen geeignet ist und ein paar Stunden dauert, bis hin zu einer achtstündigen Wanderung, bei der die Guides uns sicher durch enge Gänge und das Durchqueren vereister Wasserläufe führen. Man muss nur in bester körperlicher Verfassung sein und vor allem… keine Klaustrophobie haben.

