Das Archäologische Museum des Agro Falisco befindet sich in der prächtigen Forte Borgiano, die Ende des 15. Jahrhunderts von Antonio da Sangallo dem Älteren auf dem westlichen Ausläufer des Hochplateaus von Civita Castellana im Auftrag von Papst Alexander VI. Borgia erbaut wurde.
Das fünfeckige Gebäude mit fünf Bastionen, von denen drei mit Kanonenöffnungen versehen sind, ist von einem künstlichen Graben umgeben, außer auf der Nordseite.
Unter Papst Julius II. della Rovere (1503-1513) erhielt Antonio da Sangallo der Jüngere den Auftrag, die vom Onkel begonnene Bauarbeit fortzusetzen. In dieser Phase wurde der große Innenhof mit einer zweistöckigen Arkadenreihe, der achteckige Bergfried und das mit Bossenwerk verzierte Tor zum Forte fertiggestellt.
Als eines der bedeutendsten Militärbauwerke seiner Zeit angesehen, war das Forte bis Anfang des 19. Jahrhunderts päpstliche Residenz, wurde danach zunächst als politisches, ab 1846 als Militärgefängnis genutzt. Nach 1870 wurde die Festung als Haftanstalt umfunktioniert, diente während des Zweiten Weltkriegs als Zufluchtsort für zahlreiche vertriebene Familien und wird seit den 1950er Jahren genutzt, um archäologische Sammlungen aus dem Gebiet des Agro Falisco aufzunehmen.
Die heutige Ausstellung, die 1985 fertiggestellt wurde, umfasst neun Säle im ersten Stock der Loggia des großen Innenhofs, die nach topografischen und chronologischen Kriterien gegliedert sind.
Besonders hervorgehoben wird das Hauptzentrum des Gebiets, Falerii Veteres, das heutige Civita Castellana, mit seinen bedeutenden keramischen Produktionen – von den ältesten, mit Ritz- und Plastdekor versehenen Tonwaren bis hin zu den schwarzen, silberbeschichteten, Übermalten und rotfigurigen Keramiken des 4. und 3. Jahrhunderts v. Chr., wobei letztere durch Werke von höchster Qualität vertreten sind, wie etwa die Stamnoi des Künstlers des Diespater. Aus den zahlreichen Heiligtümern der Stadt stammen zahlreiche Zeugnisse: Neben den architektonischen und Weiheschmuck-Terrakotten ist der Tuffkopf mit bronzeumwundenem Lorbeerkranz hervorzuheben, der zur Kultstatue des ältesten Schreins gehört (erste Hälfte 6. Jh. v. Chr.) im Heiligtum von Celle. Zu den kuriosen Exponaten zählt ein Schädel mit goldener Zahnprothese aus einem Ende des 19. Jahrhunderts ausgegrabenen Grab.
Nicht weniger bedeutend sind die Funde aus anderen wichtigen Faliska-Siedlungen wie Corchiano, Vignanello, Nepi und Narce. Besonders dieser letzte Standort bietet interessante Zeugnisse mit den reichen Bestattungen aus dem 8. und 7. Jahrhundert v. Chr., die neben schöner Goldschmiedearbeit und umfangreichem Bronzegeschirr auch einige der ältesten importierten griechischen Keramiken enthalten.
Informationen zum Archäologischen Museum des Agro Falisco – Forte Sangallo
Via del Forte
01033 Civita Castellana (Viterbo)
0761513735
pm-laz@beniculturali.it
https://www.polomusealelazio.beniculturali.it/index.php?it/226/museo-archeologico-dellagro-falisco-forte-sangallo
Quelle: MIBACT

