Heute beherbergt der Palazzo, der durch seine markanten Türmchen und den prächtigen Ehrenhof besticht, die Nationale Galerie der Marken, die regionale Aufsicht für Kunst- und Kulturgüter sowie das Archäologische Museum Urbino. Die Nationale Galerie zeigt Meisterwerke wie die “Geißelung” und die “Madonna von Senigallia” von Piero della Francesca sowie die “Stumme” von Raffael Sanzio. Unter den unzähligen Innenräumen des Palastes (<<>>, schrieb Montaigne) stechen der Thronsaal und das Studiolo des Herzogs hervor, mit seiner prachtvollen Intarsienarbeit und der Porträtserie der “Berühmten Männer”. Doch Urbino ist voller Meisterwerke: Man muss nur Straßen und Gassen durchstreifen, um zu erkennen, dass es eine Art Mosaikstadt ist, deren Mosaiksteine die Spuren einer langen künstlerischen und kulturellen Geschichte tragen. Zu den vielen sehenswerten Stationen zählen die Kathedrale mit ihrer ungewöhnlichen neo-palladianischen Form, die nach dem Erdbeben von 1784 wieder aufgebaut wurde; die Kirche San Domenico mit ihrem prächtigen Travertin-Portal und einer Kopie der Lunette von Luca della Robbia; die mittelalterliche Kirche San Francesco mit ihrem gotischen Glockenturm und dem großen Altarbild von Federico Barocci; das fünfzehnte Oratorium des heiligen Josef; der Renaissance-Palazzo Albani; das Geburtshaus von Raffael, die Festung Albornoz, deren Mauern nicht nur einen Blick auf den Herzogspalast, sondern auch auf eine herrliche Hügelkulisse bieten.
Urbino, der Herzogspalast und die Altstadt
Das Herz von Urbino ist der Herzogspalast, die reiche und prächtige Residenz des Herzogs Federico II. da Montefeltro, eines der höchsten Beispiele renaissancearchitektonischer Baukunst, deren Arbeiten die Handschrift zweier Baumeister tragen: Luciano Laurana, zuerst (1465), und Francesco di Giorgio Martini, danach (1472).

