Erster Tag: die Gola del Furlo und Acqualagna
Zwischen Acqualagna und Fossombrone, im Hinterland der Marken, hat der Fluss Metauro eine beeindruckende Schlucht namens „la Gola del Furlo“ gegraben, zwischen dem Monte Paganuccio (976 m) und dem Pietralata (888 m), geprägt von einer Landschaft aus weißen und rosa Kalksteinen, an deren steilen Wänden auch der Steinadler brütet. Heute umgeht eine moderne Schnellstraße die Schlucht durch einen Tunnel, aber die spektakulärste Route bleibt die alte Via Flaminia, bis zum fast 40 Meter langen Tunnel, der vom Kaiser Vespasian im Jahr 76 n. Chr. ausgehauen wurde. Gleich außerhalb der Schlucht sollte man unbedingt die romanische Kirche San Vincenzo al Furlo besichtigen. Bevor man das Hinterland verlässt, ist ein Zwischenstopp in Acqualagna Pflicht, einer Stadt, die berühmt für die edle weiße Trüffel ist und jedes Jahr zwischen Oktober und November eine international renommierte Messe veranstaltet.

Zweiter Tag: von Pesaro nach Gradara
Pesaro, die Stadt von Gioacchino Rossini, bietet einen herrlichen Spazierweg entlang der Küste, gesäumt von Jugendstilvillen und tadellosen Strandbädern, sowie eine autofreie Altstadt, die sich um die Piazza del Popolo dreht, in deren Zentrum ein Brunnen aus dem 17. Jahrhundert steht. An einer Seite des Platzes ruht der vierhunderte Jahre alte Palazzo Ducale, Hauptquartier des edlen Hauses Delle Rovere, das große Impulse für Kunst und den Handel mit Keramik gab, deren Geschichte man im wunderschönen Museum und in den Werkstätten der Stadt und Umgebung erleben kann. Wenn man von Pesaro aus nach Norden fährt, über die Panoramastraße, die den Naturpark San Bartolo durchquert (der kleinste in Italien, aber ein wahres Juwel der Natur), kann man auch das mittelalterliche Dorf Gradara an der Grenze zur Emilia-Romagna erreichen, umgeben von mächtigen Mauern aus dem 14. Jahrhundert. Der eindrucksvollste Punkt ist natürlich die quadratische Festung, an deren Ecken Eck-Türme stehen, einer davon der mächtige Bergfried. Im 12. Jahrhundert begonnen, später von den Malatesta und Sforza vergrößert, wurde die Festung 1923 umfassend restauriert und neu eingerichtet. Heute führt die Besichtigung durch den Wachkörperschuppen mit der Waffensammlung; den Gerichtssaal; das Zimmer der Francesca, in dem die süß-tragische Geschichte mit ihrem geliebten Paolo spielt, und den Ratsaal. Vom Gipfel des Bergfrieds bietet sich ein unvergleichlicher Panoramablick auf die Küste bis nach Gabicce Mare.

