Projekt der Stiftung Cassa di Risparmio di Bologna, entstanden, um die Gattung, die Abstammung der Bologneser besser zu beschreiben und zu verstehen, indem es sich in die bestehende institutionelle Struktur integriert und Verbindungen zu anderen Museen, Pinakotheken sowie kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Einrichtungen der Stadt herstellt. Die Kunst- und Geschichtsbibliothek San Giorgio in Poggiale ist eine Bewahrungs- und Lesebibliothek, die bedeutende Sammlungen alter Bücher und eine umfangreiche Sektion moderner Bücher beherbergt. Neben dem Büchersortiment gibt es eine Zeitungsbibliothek, in der Zeitungen und Zeitschriften von Ende des 18. Jahrhunderts aufbewahrt werden, sowie ein reichhaltiges Fotoarchiv, das eine wertvolle Zeugenschaft des Stadtlebens vom 19. Jahrhundert bis heute darstellt. Der Lesesaal ist mit zeitgenössischen Kunstwerken von Claudio Parmiggiani und Piero Pizzi Cannella bereichert.
Der Bestand der Sammlungen der Stiftung Cassa di Risparmio, die einst hier ausgestellt waren, soll in das künftig eröffnende Stadtmuseum in Palazzo Pepoli Vecchio übertragen werden. Der Bibliotheksbestand besteht aus alten Büchern, modernen Büchern (von 1831 bis heute), Handschriften, Inkunabeln, Verordnungen, Edikte, Bekanntmachungen sowie Werken über und zur Musik. Den Bänden steht eine bedeutende Zeitungsbibliothek und ein Fotoarchiv gegenüber. Der Buchbestand umfasst 100.000 Bände, davon 60.000 Teil von Sammlungen, die durch Käufe, testamentarische Verfügungen oder Spenden entstanden sind. Sie bestehen hauptsächlich aus Werken zur lokalen Geschichte und Kunstgeschichte, obwohl sie spezifische Merkmale aufweisen, die mit den Persönlichkeiten ihrer früheren Besitzer verbunden sind. Hinzu kommt ein weiterer historischer Kern, der sich ab 1837 (Gründungsjahr der Cassa di Risparmio in Bologna) bis Ende der 1980er Jahre gebildet hat und in dem sowohl alte als auch moderne Texte zu finden sind.
Die Sammlung von Zeitungen und Zeitschriften umfasst Titel und Ausgaben unterschiedlichster Art von Ende des 18. Jahrhunderts bis heute. Derzeit bestehen etwa zwanzig Abonnements für Fachzeitschriften zur Kunstgeschichte.
Die Fotothek besteht aus einem Kern von etwa 60.000 Fototypien, die in verschiedenen Sammlungen organisiert sind. Die Geschichte des Fotoarchivs beginnt in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts, als der damalige Kurator der Sammlungen der Cassa di Risparmio di Bologna die Bedeutung erkannte, Dokumente zu erwerben, die die städtebaulichen Veränderungen Bolognas nach der Umsetzung des Bebauungsplans von 1889 bezeugen.

