Eines der ersten Zentren nördlich der Provinzhauptstadt ist zum Beispiel Pietrabbondante, wo das wichtigste architektonische Zeugnis des vorrömischen Samnium verborgen liegt: ein ziviles und religiöses Komplex, das im 2. Jahrhundert v. Chr. von den Pentri-Samniten auf den Ruinen eines zuvor von den punischen Heeren Hannibals zerstörten Tempels errichtet wurde.
Hervorzuheben sind das Theater und zwei Tempel, die an den Hängen des Monte Saraceno gebaut wurden und das Tal des Flusses Trigno überblicken. Sie gehörten zu einem Heiligtum, in dem die samnitischen Krieger vor jeder Schlacht den Treueeid ablegten. Das Theater bestand aus der Cavea und fünf Ordnungen von Sitzreihen, die mit einem Fries in Form einer Greifklaue endeten; auf dem Podium eines der Tempel sind einige seltene Inschriften in der oskischen Sprache eingraviert.
Wahrscheinlich verkörpert dieses Ensemble den bedeutendsten monumentalen Teil eines größeren Areals, das weiterhin viele Informationen und Überraschungen für Archäologen bereithält. Nördlich von Pietrabbondante liegt Agnone, ein kleines Dorf, berühmt für seine Glocken, deren tausendjährige Geschichte im Bronze materialisiert ist.
Die Pontificia Fonderia Marinelli ist tatsächlich die älteste Glockengießerei der Welt, und ihre Geschichte wird im angrenzenden Museum erzählt, wo die Brüder Marinelli, Nachfahren einer Dynastie von Glockengießern, Modelle, Formen, Arbeitsgeräte, Originaldokumente, antike Texte, Glocken aller Art und Epochen sowie alles, was zu dieser edlen Tradition gehört, gesammelt haben.
Bei einem Besuch der Werkstatt ist zudem der Gießprozess zu beobachten, der mit einer besonderen Technik namens „Wachsausschmelzverfahren“ durchgeführt wird.

