Die Ravennaten, die an den Aufständen, den Unabhängigkeitskriegen und den Ereignissen um Garibaldi teilgenommen hatten, schenkten der Gemeindeverwaltung ihre Erinnerungsstücke, seien es Waffen, Uniformen, Ausrüstungsgegenstände, grafische Werke und Gemälde oder Briefe und persönliche Dokumente – alles Zeugnisse einer tief empfundenen Volksbeteiligung, zu der im Laufe der Zeit vor allem papierbasierte Dokumentationen hinzukamen, die von den “Hütern” der ravennatischen dokumentarischen Erinnerungen, namentlich Primo Uccellini zuerst und später Silvio Bernicoli, gesammelt wurden.
Das Museum des Risorgimento in Ravenna wurde 1997 mit den ravennatischen Risorgimento-Erbstücken eingerichtet, die ursprünglich auf der regionalen Romagna-Ausstellung von 1904 gezeigt wurden, überwiegend Dokumente, Verordnungen, Briefe, Zeichnungen und Drucke, die ursprünglich nur bei wichtigen Feierlichkeiten verwendet wurden, wie beim 50. Jahrestag (1932) des Todes von Garibaldi und dem hundertjährigen Jubiläum des Anschlusses an Piemont (1959).
Die heutige Anordnung stellt somit die erste dauerhafte Einrichtung der Sammlung dar, ergänzt durch die Eröffnung einer Abteilung mit dem Titel “Garibaldi und Ravenna – zwischen Geschichte und Mythos” (1848-1849), in der die Waffen und der Mantel des Helden der zwei Welten, die vermeintlichen Stiefel von Anita sowie der von Pius IX. benutzte Hocker aufbewahrt werden.

