Der “Sonnenweg” im Ahrntal, in Trentino-Südtirol, ist eine 30 Kilometer lange Strecke, die entlang von Hängen verläuft, auf denen immer die Sonne scheint.
Wenn der Schnee schmilzt und den blühenden Wiesen für die Sommerwärme Platz macht, erstrahlt der Sonnenweg, eine sanfte Wanderung, die Luttach mit St. Peter verbindet. Gespickt ist der Weg mit kleinen Sonnenuhren, dem einzigen erlaubten Zeitkontakt auf dieser Höhe. Denn auf der niemals beschatteten Seite der Zillertaler Alpen, zwischen 1000 und 1450 Metern Höhe, spielt die Uhr merkwürdige Spiele.
Schritt für Schritt verschmelzen Vergangenheit und Gegenwart, und man meint, die Spuren von Schmugglern zu sehen, die diesen Weg nutzten, um mit Wein und Schnaps beladen nach Österreich über die Grenze zu gehen und mit Säcken voller Weißgold, nämlich Salz und Saccharin, zurückzukehren.
Und zwischen den Höfen bekommt man den Eindruck, den Maultier eines „Kroma” zu erkennen – so wurden die alten Wanderhändler genannt, die damals ihre Waren nach Hause brachten, als die Berge noch Mühe und Mut bedeuteten. Es fühlt sich wie eine Reise in die Vergangenheit an, denn die Höfe sind noch immer bewohnt von stolzen Bauern, die ihre eigenen Käsesorten herstellen, Ziegen und Kühe halten und Heilkräuter mit wohlklingenden Namen sammeln, gemäß Wissen, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde.
Das alles geschieht dort, wo die Luft rein ist, und tatsächlich werden alle Produkte aus dem Ahrntal als biologisch rein anerkannt. Sie entstehen in einer großzügigen und wunderschönen Umgebung, in der man beim Gehen den Geschmack von Milch und Speck kosten und sich mit dem Selbstbewusstsein der überragenden Südtiroler Produkte erfüllen kann.
Der Sonnenweg dauert etwa sieben Stunden, aber man muss ihn nicht am Stück gehen. In der Nähe gibt es Bushaltestellen zum Ein- und Aussteigen, wann immer man möchte. Denn neben dem Hauptweg gibt es ein ganzes Netz von kurzen Themenwegen, damit man kein Wunder des Tals verpasst.

Zum Beispiel gibt es eine charakteristische Wanderung, die dem Wasser gewidmet ist, hier, wo es nie fehlt, so dass der Name Ahrntal, entlehnt vom Ahrfluss, wohl tatsächlich „fließendes Wasser“ bedeutete. Es fließt schnell und eisig in der Rundtour zu den Wasserfällen, die von Luttach zur Schwarzen Wasserfall führt, zu Fuß entlang der Holzskulpturen, die von internationalen Künstlern für das jährliche Symposium geschaffen wurden.
Das Ziel ist ein Augenschmaus: 15 Meter Fall hinab in ein kleines blaues Becken, der Fluss kuschelt sich in einen geschützten Ort, an dem man sich am Regenbogen erfreuen kann (etwa eineinhalb Stunden hin und zurück). Oder man kann nach St. Johann abzweigen zu den Almen, die mit ihren bemalten Kapellen Glaubensdenkmäler errichtet haben, die dem Himmel ganz nah sind.
Ebenfalls in St. Johann gibt es eine besondere Wanderung für Kinder, die Abenteuer lieben. Es ist der Hexenweg, wo man sagt, dass die Hexen oft mit ihren Besen und spitzen Hüten zu sehen waren: Auf dem Weg, bewacht von Steinstatuen, gibt es einen großen kletterbaren Felsen, eine tiefe Bärenhöhle für die Mutigsten, einen verzauberten Teich, in dem man der Sonnenhexe begegnen kann, und schließlich die verzauberte Sitzstelle einer alten Zauberin.
Der aufmerksamste Wanderer kann auch Spuren einer fernen Vergangenheit entdecken, in den Petroglyphen an der Platterwand: Aus diesen stilisierten Gravuren springen noch immer zwei Steinböcke, trotz der Zeit. Dazu kommt der St. Leonhardsweg, der über die Wälder und Wiesen von St. Jakob führt und eine Kneipp-Anlage beherbergt, um müde Füße zu baden, den Körper zu erfrischen und die Durchblutung zu fördern. Mit dem Herzen, das kräftig schlägt, verliebt in dieses Tal.
Informationen zum Sonnenweg
Tourismusverein Ahrntal
Aurinstraße 22 – 39030 Luttach/Ahrntal
Tel. 0474 671136
E-Mail: info@ahrntal.it

