Die Klosteranlage, einzigartig und ungewöhnlich aufgrund ihrer besonderen Lage in der Bucht von Capodimonte, umfasst: die Kirche, den Kreuzgang und die Abtei. Ihr Ursprung ist mit der Verlegung der Reliquien des Heiligen Fruttuoso in die Bucht um das 8. Jahrhundert durch griechische Mönche verbunden.
Die Abtei stammt aus dem 10. bis 11. Jahrhundert, mit Ausnahme des zum Meer hin orientierten Teils, der auf das 13. Jahrhundert datiert wird und aus zwei Reihen von Dreifenstern besteht, deren Stil an die genuesischen Adelspaläste erinnert. Der Miets-Turm wurde etwa im 10. Jahrhundert ursprünglich mit einer kugelförmigen Haube errichtet, entsprechend den byzantinischen Kunstvorgaben, später wurde ein achteckiger Turm daraufgesetzt.
Der Kreuzgang der Abtei wurde im 12. Jahrhundert erbaut und später auf Anordnung von Andrea Doria verändert. Heute besteht er aus zwei Reihen von Bögen. Im Obergeschoss öffnet sich eine Umgang mit Kreuzgewölben auf Säulen zum quadratischen Innenhof, während das Untergeschoss als Grabstätte für Mitglieder der Familie Doria diente, die zwischen 1275 und 1305 starben. Es handelt sich um Gräber mit spitzbogigen Arkaden, abwechselnd in weißen und schwarzen Streifen, typisch für die ligurische Kunst. Neben den Gräbern der genuesischen Adelsfamilie befinden sich dort zwei weitere Gräber und ein antiker römischer Sarkophag.
Im 17. Jahrhundert erfuhr die Anlage einen regelrechten Verfall; einige Räume wurden als Schafstall, andere als Holzlager genutzt. 1730 griff Camillo Doria ein und ließ eine Restaurierung durchführen, die der Kirche ihre ursprüngliche Funktion zurückgab.
1915 zerstörte eine Überschwemmung einen Teil der Anlage, die 1933 vom Staat restauriert wurde. 1983 schenkte die Familie Doria Pamphili die Anlage San Fruttuoso dem FAI, und 1985 begannen die Restaurierungsarbeiten.
Informationen zur Abtei San Fruttuoso
Via San Fruttuoso, 13
16032 Camogli (Genua)
0185774480
fai.sanfruttuoso@fondoambiente.it
https://www.sbapge.liguria.beniculturali.it/index.php?it/222/camogli-ge-complesso-di-san-fruttuoso
Quelle: MIBACT

