Die Leitlinien zur Entsaisonalisierung des touristischen Angebots in den Städten Venetiens wurden vorgestellt.
Seit Jahren spricht man davon, die touristischen Ströme zu entzeitisieren – in manchen Fällen, um dem Übermaß an Nachfrage bestimmter Reiseziele entgegenzuwirken, in anderen, um aus der reinen Logik des Strandtourismus auszubrechen. Das Modell, das nur auf Sommerurlaub am Meer basiert, hält nicht mehr stand. Das wissen die Fachleute der Branche nur zu gut, sie leiden immer mehr darunter und auch die Reiseziele passen sich an.
Auch Jesolo, ein Badeort unweit von Venedig, zieht nach und stellt durch die Worte des Bürgermeisters die Leitlinien für das touristische Angebot vor. „Der Badetourismus bleibt unser Kerngeschäft“, erklärte der Bürgermeister der Lagunenstadt, „aber wir müssen die Erlebnisarten, die unsere Gäste erleben können, diversifizieren“.
Jesolo setzt auf drei Themen, um über den reinen Strandurlaub hinauszugehen:Umwelt, Kultur e Sport. Wird es gelingen, damit große Veranstaltungen in die Stadt zu holen? Das ist die Herausforderung, die sich die Verwaltung von Jesolo stellt und auf deren Basis einige “Meilensteine” gesetzt werden.
Zusammenfassung
Radtourismus
Der Radtourismus ist eine wahre Herausforderung für Jesolo, das dieses Segment in das weiter gefasste Konzept des „Umwelttourismus“ einordnet. Wie groß ist der italienische Radtourismusmarkt? Laut Zahlen von ISNART 2018 (Istituto Nazionale di Ricerche Turistiche) ist er etwa 7,7 Milliarden Euro wert und zählt 77,6 Millionen Übernachtungen. Jesolo will sich ein großes Stück davon sichern und hat ein Programm mit fünf Rad- und Fußwegen mit einer Gesamtlänge von rund 20 Kilometern gestartet, die den Gästen ermöglichen, das Gebiet und seine Besonderheiten zu entdecken. Die ersten zwei Kilometer entlang der Via M. L. King sind bereits im Bau, und die Planung der anderen vier Strecken nimmt weiterhin Gestalt an.
Kultur
Die Zahlen zum Kulturtourismus in Italien sind äußerst ermutigend. 2018 zog das „Bel Paese“ 55 Millionen Besucher an und generierte Einnahmen in Höhe von 21 Milliarden Euro – laut einer Studie des CISET, Centro Internazionale di Studi sull’Economia Turistica. Jesolo hat ein Programm gestartet, um das Angebot der archäologischen Stätte „Antiche Mura“ zu erweitern. Besonders setzt die Stadt auf die Schaffung von drei Museen: Stadtmuseum für Naturgeschichte, Museum des Ersten Weltkriegs, Museum der Mauerfunde.
Sport
Sport ist eine Aktivität ohne Saison. Der Sporttourismus war 2016 in Italien laut CISET, Centro Internazionale di Studi sull’Economia Turistica, 355 Millionen Euro wert, mit 3,3 Millionen Übernachtungen und 887.000 ausländischen Touristen. Jesolo verfügt über verschiedene Sportanlagen wie das Stadion und vor allem die Mehrzweckhalle Palasport, die mehr als 4.000 Besucher aufnehmen kann. Vielleicht hat gerade dies die Verantwortlichen dazu bewogen, verstärkt auf den Bereich zu setzen, um die Saisonalität des Meerestourismus zu durchbrechen.
Jesolo ist eine Stadt mit vielfältigen Unterkunftsmöglichkeiten. Man kann wählen zwischen herkömmlichen Hotels wie demHotel Nettuno, zum Beispiel, oder Bed & Breakfasts und weiteren Beherbergungsbetrieben außerhalb des klassischen Hotelsegments. Gerade diese hohe Bettenkapazität hat dazu geführt, dass die Stadt – wie in anderen italienischen Urlaubsorten praktiziert – Jesolo das ganze Jahr über erlebbar macht.
Pubblicato in Reiseziele
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