Digitaler Tourismus: Was suchen Reisende in der Ära von Covid

Die Reisenden weltweit haben weiterhin Flüge nach Italien gesucht, das Vertrauen aber ist angesichts der Ereignisse der Pandemie erheblich geschwankt.

Turista digitale - Foto di Photo Mix
Turista digitale - Foto di Photo Mix

Alle Akteure der Tourismusbranche, angefangen bei Unterkunfts-, Gastronomie- und Vermittlungsbetrieben bis hin zu sekundär im Sektor tätigen Unternehmen, versuchen zu verstehen, wann der Tourismus wieder anläuft. Sie beobachten aufmerksam die Entwicklung der gesundheitlichen Lage, um Verbesserungen, Rückgänge bei den Infektionen und Anzeichen für die Rückkehr zur Normalität zu erkennen, im Bewusstsein, dass nicht nur Reisebeschränkungen die Hindernisse sind.

Reisebeschränkungen

Reisebeschränkungen stellen sicherlich den Hauptgrund dar, warum es uns derzeit verwehrt ist, ein Ticket zu kaufen und abzureisen, doch die Angst vor Ansteckung hat eine starke Auswirkung auf das Sicherheitsgefühl der Reisenden: Sorgen um die eigene Gesundheit beeinflussen maßgeblich, wann und wo die Reisebewegungen zurückkehren. Tendenziell werden Touristen Orte meiden, die bekannt für Menschenmassen sind, und weniger bekannte Reiseziele bevorzugen, wobei sie auf die Gesundheitsvorsorge der Unterkünfte vertrauen. Zudem muss berücksichtigt werden, dass trotz der zunehmenden Bedeutung des Tourismus als Grundnahrungsmittel der Konsum, die wirtschaftliche Lage vieler Familien sie zwingen wird, auf Urlaub zu verzichten.

Digitale Spuren des Touristen

Gerade in dieser Zeit ist es um so wichtiger, Daten zu haben, die es erlauben, die Stimmung der Nachfrage zu erfassen, die Reiseabsichten der Reisenden besser zu verstehen und zukünftige Trends zu erkennen: Analysten, Forschungsinstitute, Gewerkschaftsorganisationen und Institutionen aller Art sammeln so viele Informationen wie möglich, sowohl durch traditionelle Umfragen als auch durch die Analyse der digitalen Spuren, die der Tourist im Internet hinterlässt. Touristen sind unbewusste Produzenten von Big Data: Sie besuchen Websites, prüfen Preise, kontrollieren die Verfügbarkeit in Hotels – alles Informationen, die zu einer reichen Quelle an Rohdaten werden.

Da derzeit Reisen nicht möglich sind (und wir auch nicht wissen, wann wir wieder reisen werden), stammen die meisten Daten aus den frühen Phasen der Reise, vor der eigentlichen Erfahrung, nämlich der Traumphase: Nutzer lassen sich inspirieren, planen, informieren sich und wählen neue Reiseziele. Die Daten, die die Spuren der Touristen in dieser Phase aufzeigen, sind wichtig, weil sie Einblick in das Interesse der Reisenden und ihre Vertrauenslage für die Zukunft geben. Selbst in den schlimmsten Momenten der Pandemie haben die Reisenden nie aufgehört zu recherchieren und ihre Reisen zu planen.

Reise-Motivationslage 2020

Bei der Analyse der Flugsuchdaten, die vom ersten internationalen Metasearch für Nutzerzahlen stammen, zeigt sich, dass Reisende weltweit weiterhin Flüge nach Italien suchen, das Vertrauen aber unvermeidlich ins Wanken gerät: Während die Suchanfragen im Januar stabil waren und dem üblichen Verlauf entsprachen, hatten die Nachrichten über die ersten Infektionen in Italien (21.–27. Februar) einen sehr starken Einfluss. Mit wachsender Unsicherheit bezüglich der Zukunft brachen die Suchanfragen innerhalb von drei Wochen um 62% ein und mit Beginn des Lockdowns sogar um 91%.

Flugsuche in Italien
Flugsuche in Italien

Nur mit Beginn der Phase 2 und der Lockerung der Beschränkungen haben die Touristen wieder begonnen, ihre Reisen zu planen, mit noch positiveren Veränderungsraten bei Beginn der Phase 3. Es handelte sich jedoch um einen moderaten und vorübergehenden Anstieg: Obwohl sich im Sommer die gesundheitliche Lage verbesserten, reisten italienische Touristen wenig und nur für kurze Zeit mit Privatfahrzeugen, während der ausländische Tourismus fast vollständig aussetzte. Im Herbst führte die zweite Welle in Europa zu erneuter Besorgnis bei den Reisenden, bis im Oktober Italien traf: Die Suche stürzte erneut um 65% ab innerhalb eines Monats. Das wechselhafte Suchverhalten spiegelt die Stimmung der Reisenden wider, die Hoffnung auf das Pfizer-Impfstoffangebot (+19,8% innerhalb von drei Wochen) hatten, aber enttäuscht waren nach Inkrafttreten des Weihnachts-DpMC (-26,9%) und der Bestätigung neuer Beschränkungen ab dem 6. Januar (-4,2%).

Laut Daten ist das Interesse der Reisenden an Italien momentan rückläufig und spiegelt Unsicherheiten und Misstrauen gegenüber der Zukunft wider: Die aktiven Nutzer sind auf einem Tiefstand und die Suchanfragen des letzten Monats machen nur 15% des Vergleichszeitraums des Vorjahres aus.

Wir wissen jedoch, dass die Menschen ungeduldig sind, wieder zu reisen, und die Nachfrage aktiv auf gute Nachrichten reagiert: Die Lockerung der Beschränkungen, die Verbesserung der Infektionszahlen und die Impfkampagnen werden die Basis sein, um wieder Reisen zu planen.

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