Entstanden im zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts als Naturgeschichtliches Kabinett, hat das Museum tatsächlich noch ältere Wurzeln, denn die erste Sammlung naturkundlicher Objekte an der Universität Modena geht auf die Schenkung des Bischofs von Modena, Giuseppe Maria Fogliani (1786), seiner eigenen Sammlung an das Rektorat zurück. Der bedeutendste Teil des Museumsbesitzes bildete sich jedoch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch einige wichtige Spenden heraus. Die Ausstellung zeigt überwiegend tierische Fossilien, Wirbeltiere und Wirbellose, aber auch pflanzliche Funde fehlen nicht. Das Museum ist an drei Standorten verteilt: Der Hauptsitz der Fakultät in der Via dell’Università beherbergt die Sammlungen fossiler Wirbelloser und Pflanzen sowie die Lehr- und Forschungsaktivitäten; in der Via Berengario 14, dem ehemaligen Sitz des Anatomischen Museums, befinden sich der Dinosauriersaal und die Sammlungen fossiler Wirbeltiere; während sich im Foro Boario der Ausstellungsbereich der Fakultät befindet.
Zeugnisse aus den Neogen-Formationen des toskanisch-emilianischen Apennins bilden den umfangreichsten musealen Bestand, der der Forschungsarbeit verschiedener Professoren der Paläontologie der Universität Modena sowie Naturwissenschaftlern wie Pietro Doderlein und Dante Pantanelli zu verdanken ist. Besonders erwähnenswert sind unter diesen die Überreste marin lebender Reptilien aus der Kreidezeit und dem Mesozoikum. Ein Teil des Skeletts eines vor etwa dreißig Jahren geborgenen Finnwals komplettiert die Reihe der lokalen, pelagischen Fossilien. 1926 erwarb das Museum die malakologische Sammlung Coppi, deren Exemplare ebenfalls aus dem Apennin von Modena stammen. 1946 gingen die Fossilien Bentivoglio (Pflanzen des Oberkarbons) ein, danach folgten die Sammlungen Montanaro Gallitelli (Fossilien aus aller Welt). In den sechziger Jahren wurden Skelette eines Camptosaurus und eines Allosaurus aus den Lagerstätten Utahs erworben, die zusammen mit einem perfekt erhaltenen Ichthyosaurier aus dem Unterjura (Westdeutschland), der von der Ligabue-Stiftung geschenkt wurde, im “Dinosauriersaal” ausgestellt sind. Auch die Sammlung von eozänen Fischen und fossilen Palmen aus dem berühmten Fundort Bolca im Raum Verona ist bemerkenswert. Sehr reichhaltig sind ebenfalls die Mikrofossiliensammlungen, insbesondere die Di-Napoli-Sammlung, benannt nach einem der Begründer der modernen Mikropaläontologie.
Informationen zum Universitären Paläontologiemuseum
Via Università, 4,41121 Modena (Modena)0592056530infomuseo@unimore.ithttps://www.museopaleo.unimore.it Quelle: MIBACT

