In Marore, in der Nähe von Parma, wählte Ennemond-Alexandre Petitot (1727-1801), seit 1753 Architekt der herzoglichen Bauten und Lehrer an der Kunstakademie von Parma, seinen Wohnsitz “in villa”. Das Haus, das noch existiert und bewohnt ist, bewahrt fast wie ein Wunder ein kleines Theater, das sicherlich vom Architekten entworfen wurde, dessen figürliches Geschmacksempfinden sich in den erhaltenen Dekorationen widerspiegelt. Das Theater wurde im Dachboden in einem rechteckigen, nicht sehr großen Raum eingerichtet. Die Bühne ist von zwei Pfeilern eingefasst, während das Bühnenbild durch vier hölzerne dorische Säulen, die bemalt sind, um Marmor vorzutäuschen, in drei Teile gegliedert ist. Seitlich rahmen sie die schönen Monochrome mit den Statuen von Apollo und Minerva ein. Diese Monochrome sind auf zwei Türen gemalt, die, wenn man sie entfernt, den Blick auf eine Landschaft mit Stadtansicht freigeben (an der Rückwand realisiert). Ein Fries mit Putten vervollständigt das Bühnenbild im oberen Bereich. Besonders interessant und von hoher malerischer Qualität ist die Decke, auf der ein Baldachin vorgetäuscht wird, um den sich Putten, Girlanden und Festons ranken. Der Raum ist mit den originalen Holzbänken und den Schränkchen für das Buffet eingerichtet und wird von drei Fenstern beleuchtet, wovon zwei auf den teilweise als Labyrinth nach dem alten Schema angelegten Garten blicken.
Informationen zum Teatrino di Villa Petitot
,
43121 Parma (Parma)
Quelle: MIBACT

