Das Archivmaterial befand sich damals in der ehemaligen Jesuitenkirche St. Teresa im Viertel Marina, wohin es 1883 verlegt worden war, nach einer jahrhundertelangen und nahezu ununterbrochenen Unterbringung im königlichen Palast, der sich in der Burg von Cagliari befand. Die Idee, die alte Kirche zu renovieren, wurde verworfen, da sie völlig ungeeignet war. Stattdessen entschied man sich für den Bau eines neuen Archivs im Gebiet zwischen der heutigen Via Gallura und Via Sonnino. 1921 wurde der Bauplan genehmigt, der zwei Stockwerke vorsah.
Die Arbeiten wurden zügig aufgenommen und während der Ausführung wurde die Aufstockung um zwei weitere Stockwerke gestattet, die vorübergehend für die Büros des Bauingenieurwesens genutzt wurden. Am 30. Oktober 1927 wurde der neue Sitz eingeweiht. Das Gebäude, das nach den Normen zur guten Archivmaterialkonservierung entworfen wurde, war in jenen Jahren eines der ersten und geschätzten Beispiele für zeitgenössische Archivbaukunst nach der Einigung Italiens.
Stilistisch entsprechend den Kriterien der eklektischen Architektur ist das Gebäude noch heute auf vier Stockwerken angelegt, die paarweise durch ein Gesims getrennt sind; es wird durch rustizierte und grob behauene Pilaster bereichert, die im ersten Stock Fenster mit geschwungenen Tympana und im zweiten Stock solche mit dreieckigen Tympana einrahmen.
Über dem Eingangstor ragt ein gebrochenes geschwungenes Tympanon empor, das auf zwei Pilastern ruht. Das Staatsarchiv Cagliari hat eine lange Geschichte, die mit der Rolle der Stadt als Hauptstadt des Regnum Sardiniae (1323-1847) verbunden ist und die die katalanisch-aragonesische (14.-15. Jahrhundert), spanische (16.-18. Jahrhundert) und piemontesische Herrschaft (18.-19. Jahrhundert) durchlief usw.

