Der monumentale Komplex, der sich in kurzer Entfernung zum Theater befindet, wurde in der julisch-claudischen Epoche errichtet und dem Kult des Kaisers Augustus gewidmet. In seiner heutigen Form stammt er aus den Antoninus-Änderungen (Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr.), die von Cassia Victoria zu Ehren ihres Mannes L. Laecanius Primitivus, einem Augustalpriester zur Zeit von Mark Aurel, in Auftrag gegeben wurden. Das Gebäude wurde jedoch Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. vermutlich aufgrund seismischer Ereignisse zerstört. Bei seiner Entdeckung im Jahr 1967 wurden Statuen von Vespasian, Nerva, Titus, der Fülle und einiger Gottheiten, darunter Asklepios, Apollo und Venus, eine vom Typ der Kleinen Herculane und eine andere auf einem Delfin, gefunden, die später entfernt und nun im eigens dem Monument gewidmeten Saal im Archäologischen Museum der Phlegräischen Felder ausgestellt werden. Halbtauchend durch den Bradyseismus, besteht das Heiligtum aus drei nebeneinanderliegenden Räumen, teils in Mauerwerk gebaut und teils aus dem Felsen gehauen, der die Seiten- und Rückwände bildet. Das zentrale Gebäude, das eigentliche Sacellum, ist ein Podiumstempel mit rechteckigem Grundriss, vor dem sich der Altar befindet. Über eine Marmortreppe, flankiert von zwei Podien aus Mauerwerk, die ursprünglich mit Marmortafeln verkleidet und mit Statuen bekrönt waren, gelangt man in den viersäuligen Pronaos mit Cipollinokolonnen und Pergamentkapitellen, über dessen Epistyl die weiheinschrifttragende Architravplatte angebracht ist, und an deren Front ein mit Reliefs dekoriertes Giebelfeld war. Durch diese mit einem Mosaik gepflasterte Vorhalle mit weißem Tessellenteppich und schwarzer Umrandung und über die Marmorschwelle hinaus gelangt man in das innere Sacellum. Dieses ist in Opus reticulatum mit vulkanischem Tuffsteinankerung gebaut, während die Wände vermutlich mit Marmortafeln verkleidet waren. An der Rückwand befindet sich eine Apsis mit Podium, flankiert von zwei rechteckigen Nischen, die oben rot verputzt und bemalt ist, während die Apsisdecke mit Stuckreliefs maritimer Motive verziert ist. Im Boden aus Cocciopesto mit weißen Tessellen in viereckigem Muster ist ein mittlerer Streifen aus buntem Marmor eingefügt, der das gleiche geometrische Motiv wiederholt. Der Raum rechts vom Sacellum, ebenfalls in Opus reticulatum gebaut, war mit Stuckverkleidungen und bemaltem Putz an den Wänden und den Tonnen- und Kreuzgewölben dekoriert. Im linken Raum wurde die bronzene Reiterstatue von Nerva (ursprünglich Domitian) entdeckt, die heute im Archäologischen Museum der Phlegräischen Felder ausgestellt ist.
Informationen zum Sacello der Augustalen
Via Miseno
80070 Bacoli (Neapel)
0815235035 – 0818040430
sar-cam.cuma@beniculturali.it
https://www.archeona.beniculturali.it
Quelle: MIBACT

