Römische Kolonie Luna. Gegründet 177 v. Chr. an der Küste der Bucht an der Mündung des Flusses Magra, nach der Eroberung des Gebiets der ligurischen Apuaner durch Rom, verdankt ihren Namen der Göttin Selene-Luna. Die Nähe zum heute zugeschütteten Hafen, der bereits von Griechen und Etruskern genutzt wurde, der Reichtum der Marmorvorkommen in den nahegelegenen Apuanischen Alpen und die politischen Interessen senatorischer Familien wie der Aemilier förderten rasch den Wohlstand des Zentrums, das mit Tempeln, Ehrenstatuen und luxuriösen Privathäusern bereichert wurde. Ende des 4. Jahrhunderts n. Chr., durch ein Erdbeben zerstört, wurde die Stadt unter Verwendung der Überreste ihrer imposanten Architektur neu aufgebaut. Byzantinische Festung gegen die Barbaren, unter der politischen und religiösen Führung ihrer Bischöfe war sie Zentrum der Diözese mit der Kathedrale Santa Maria, Ziel von Pilgern und Reisenden entlang der Via Francigena. Die Verlandung des Hafens und Malaria führten zu ihrer Aufgabe. Dante zählt sie denn auch zu den toten Städten. Das Museum beginnt mit einer Abteilung zur Marmorstatuen und Porträtkunst, gefolgt von der Keramikabteilung mit einer chronologisch geordneten typologischen Ausstellung der in Luni gefundenen Produktionen, der Numismatik mit einem umfangreichen Repertoire, das von der Republik bis zum Frühmittelalter reicht, sowie einer Abteilung für Schmuck und Toilettenutensilien. Ausgestellt sind zudem Transportbehälter, Glaswaren und eine Auswahl an Metallobjekten. Der überdachte Bereich unterhalb des Museums ist dem Capitolium gewidmet, mit einer Ausstellung der architektonischen Dekorationselemente aus Marmor und Terrakotta. Beim Verlassen des Museums sind die Reste der „Domus der Mosaike“ zu sehen, deren Name von der reichen Mosaikbodenverzierung stammt. Das Haus, das verschiedene Bauphasen durchlief, enthüllt insbesondere ein Mosaik mit der Darstellung des Herkules und eines mit dem Circus Maximus von Rom, beide auf Ende 3. bis Anfang 4. Jahrhundert n. Chr. datierbar. Hinter der Domus erheben sich die Ruinen des der Göttin Luna geweihten Tempels. Das Heiligtum wurde in republikanischer Zeit errichtet (auch die Terrakotta-Dekoration des Frontons stammt aus etwa 150 v. Chr.) und später in der Kaiserzeit grundlegend umgestaltet. Die Materialien des Heiligtums sind in der sakralen Abteilung des angrenzenden Maurino-Gehöfts zu sehen. Auf dem Rückweg entlang des Pfades lassen sich auf der einen Seite Teile der Fundamentmauern, die Reste der „nördlichen Domus“ und die epigraphische Abteilung besichtigen, auf der anderen Seite gelangt man zum zentralen öffentlichen Bereich rund um das Forum. Der große Platz war ursprünglich mit Marmor ausgelegt und an den Längsseiten von Säulengängen mit Geschäften begrenzt. In der Kaiserzeit grenzten hier verschiedene öffentliche Gebäude mit religiösem und zivilem Charakter an, darunter das Capitolium, die zivile Basilika und die Kurie, flankiert von zwei parallelen Plätzen. Die Besichtigung geht weiter mit der Abteilung für private Bauwerke, in der der „Domus der Fresken“ ein besonderer Raum gewidmet ist, ein großes Haus, dessen Name auf die darin gefundenen bemalten Putzflächen zurückgeht. Der Rundgang endet mit dem Amphitheater außerhalb der Mauern; das in der Kaiserzeit errichtete Monument konnte bis zu 7000 Personen fassen.
Informationen zum Nationalen Archäologischen Museum und zur Archäologischen Zone von Luni
Via Luni, 37
19034 Ortonovo (La Spezia)
018766811
https://www.archeoge.liguria.beniculturali.it
Quelle: MIBACT

