Vor dem Erdbeben von 1980 entwickelte es sich um einen trapezförmigen Innenhof mit drei Rundbögen, durch die man in die Räume des ersten Stockwerks gelangte; der typologische Grundriss war das Ergebnis zahlreicher und häufiger Umbauten, die im Laufe der Zeit an der alten Residenz der Caracciolo del Sole, später der Imperiale, vorgenommen wurden: erkennbar waren eine Loggia, eine mit Balustrade verzierte Treppe und die Reithalle aus dem 16. Jahrhundert.
Eine links neben dem Eingangstor angebrachte Inschrift, die bei dem Einsturz des zentralen Teils der südlichen Schlossmauer zerstört wurde, erinnerte an Erweiterungs- und Umbauarbeiten aus dem 18. Jahrhundert. Seit 1862 diente die Festung als Gefängnis und Gericht, eine Funktion, die sie bis zum Erdbeben von 1980 behielt, als das Obergeschoss, der Ostflügel und ein Teil des südlichen Flügels einstürzten. Zwischen 1987 und 1992 wurden gezielte Maßnahmen zur Sicherung und Erhaltung der Stätte sowie zur umfassenden und gründlichen Erforschung des gesamten Bauwerks und der historisch-künstlerisch, architektonisch und archäologisch bedeutenden Vorgängerstrukturen durchgeführt.
Insbesondere zeigten archäologische Untersuchungen unter der Leitung von Marcello Rotili in unmittelbarer Nähe des Donjon – dem großen Wehrturm, der auf dem höchsten Punkt des Hügels (888 m über dem Meeresspiegel) errichtet wurde – die Strukturen der alten Kathedrale von Sant’Angelo dei Lombardi (11. Jahrhundert), die vollständig in den südwestlichen Flügel der Burg integriert und fast vollständig eingestürzt ist, sowie weitere Elemente unter dem Hofpflaster.
Während des Abbaus eines Teils der Westfassade der Burg wurden später zwei Portale und die Rückwand der Kirche entdeckt. Parallel zu den Ausgrabungen wurden Restaurierungsarbeiten an der Reithalle, am Turm und an der Loggia durchgeführt, die laut neuesten Studien als Überbleibsel eines alten Sitzes interpretiert werden.
Auf die zuvor beschriebenen Arbeiten folgte nach mehreren Jahren Unterbrechung wegen fehlender Mittel eine weitere umfangreiche Restaurierung, die die strukturelle Wiederherstellung des Turms, der Reithalle und der romanischen Kirche abschloss.
Dann wurden die technischen Anlagen und die äußeren sowie inneren Ausstattungen installiert, ebenso wie Maßnahmen zur Verhinderung und Eindämmung des Verfalls sowie zur Schaffung geeigneter Besuchsrouten durch die rekonstruierten Gebäude und Außenanlagen. Die stratigraphische Untersuchung brachte eine bedeutende Menge an materiellen Kulturerbestücken zutage, vor allem Keramiken sowie Metall-, Glas-, Knochen-, Stein-, Terrakotta-, Ziegel-, Dachziegel-, Münz-, Putz- und anthropogene Überreste. Quelle: MIBACT
Informationen zum Museum des Werks im Burgbereich
Via Castello snc, 83054 Sant’Angelo dei Lombardi (Avellino) 0827 23094 urbanistica@comune.santangelodeilombardi.av.it
https://www.comune.santangelodeilombardi.av.it

