Das Museum entstand aus einem Schulprojekt der örtlichen Mittelschule im fernen Jahr 1997 und wurde nach und nach durch neue Fundstücke bereichert, die von den Schülern selbst bei Recherchen auf den Feldern des Ortes, in den Kellergewölben und den Handwerksbetrieben gesammelt wurden. Eine Suche nach der verlorenen Zeit, um durch Gegenstände, Gerüche, Geschmäcker, Freuden, Bitterkeiten, Schmerzen, Armut und Reichtum der bäuerlichen Zivilisation wieder zum Leben erweckt zu werden. Castel San Lorenzo war in der Vergangenheit und ist heute vor allem ein Ort des Öls und des Weins. Die Gegenstände können daher nur diese Berufung widerspiegeln und so finden wir im Museum: die quarta, die otre, die tina, den tinieddu, die votta, den vottacchio, den mastieddu, u’ stringituru, u dicalitru, a pompa, u filtru usw., aber sicherlich konnte man nicht nur von Wein und Öl leben. Die bäuerliche Zivilisation zeichnet sich durch eine gewisse Autarkie aus und deshalb musste die Bevölkerung zur Lebensunterhaltung alles Notwendige selbst herstellen – von der Pasta bis zum Fleisch. Im Ort gab es vor mindestens fünfzig Jahren tatsächlich nur eine einzige Metzgerei, die ausschließlich Ziegenfleisch verkaufte, das die Leute besonders an Festtagen kauften. Im Museum finden wir daher verschiedene Sensen zum Getreide-Mähen, Werkzeuge zur Herstellung verschiedener Pastaarten, Mausefallen, die sich das Getreide einverleibten, und die Ausrüstungen, die zur Verarbeitung des Schweins benötigt wurden – von der Aufzucht bis zur Konservierung. Autarkie sicher, aber damals wie heute gab es auch den Raum für Feste, besonders die Patronatsfeste, und daher haben wir alte Instrumente: Trommeln, Trompeten und Posaunen. Viele weitere Instrumente betreffen die Handwerkswelt. Die Bauern selbst flochten Weidenkörbe, stellten Stühle und Tische her, es gab aber auch ausgezeichnete Handwerker, die Holz, Stein und Eisen bearbeiteten. Es ist eine ganze strenge Welt, die wieder lebendig wird, pulsiert und den neuen Generationen leider, die dem Konsumismus erzogen sind, eine Lehre erteilt – als Kinder, Opfer und Täter der Globalisierung. Der Wermutstropfen des Museums ist das Gebäude: Die Gemeindeverwaltung sucht geeignete Räumlichkeiten, derzeit befindet sich das Museum noch in der Mittelschule, wo eine Neuordnung und philologische Klassifizierung der Objekte mit entsprechenden Begriffserklärungen stattfindet. _
Informationen zum Museum der Kultur und bäuerlichen Zivilisation von Castel San Lorenzo
Via G. Tommasini snc,
84049 Castel San Lorenzo (Salerno)
0828944072
smscastelsanlorenzo@libero.it
Quelle: MIBACT

