Das Dorf Andretta liegt im Ofanto-Tal und erstreckt sich um das antike Castrum, wahrscheinlich normannischen Ursprungs. Das Gebiet weist Spuren menschlicher Besiedlung aus der Bronzezeit sowie Nachweise von samnitischen (4. Jahrhundert v. Chr.) und römischen Siedlungen auf. Andretta wurde erstmals in einer Urkunde von 1124 erwähnt und gehörte den normannischen Herren von Folleville; später war es im Besitz der Familien Zurlo, Caracciolo und schließlich Imperiale. Ursprünglich landwirtschaftlich geprägt, hat sich der Ort in den letzten Jahrzehnten auch industriell entwickelt, initiiert von jungen lokalen Unternehmern.
Der erste Saal des Museums bewahrt archäologische Funde aus dem Gebiet von Andretta. In den folgenden Räumen sind die charakteristischen häuslichen und beruflichen Umgebungen nachgebildet. Der “Bauerbereich” zeigt einen Holz- und Eisenpflug, eine Erdzerteiler, verschiedene Arten von Eggen zum Zerkleinern der Erdklumpen, Pflugscharen aus Eisen, Spitzhacken, Dreizinken und eine Heuschneidemaschine. Im selben Raum sind verschiedene Waagen, Behälter und Werkzeuge zur Weinherstellung ausgestellt: Bottiche, Trichter, Fässer und Kolbenflaschen.
Der Abschnitt “Alltag” bewahrt Geräte zur Schweineschlachtung: Fesseln, Spreizer, Schlachtermesser, Schlachthaken, Messer, Trichter und eine Maschine zur Wurstherstellung.
Es folgt die Schmiedeecke, wo man einen Schemel und diverse Werkzeuge zum Beschlagen von Pferden, Eseln und Ochsen sehen kann.
Die Schreinerecke beherbergt eine Drehbank, verschiedene Sägen (Saracco, Gattuccio), Hobel, Schraubzwingen, Winkel, Bohrer, Hämmer, Zangen und Scheren. Die Schuhmacherwerkstatt zeigt einen kleinen Tisch mit zahlreichen Schuhmodellen und verschiedenen Werkzeugen: Stechzirkel, Kantenmarkierer und Zangen. Schließlich findet sich im Bereich für Strickerei ein Holzspinnrad, Spulen, eine Nähmaschine und Gewichte für die Strickarbeit.
Informationen zum Museum der bäuerlichen und handwerklichen Kultur in Andretta
Via Libertà, 45
83040 Andretta (Avellino)
082732009
comuneandretta@tiscali.it
Quelle: MIBACT

