Museum „Amedeo Bocchi“, Parma ⋆ FullTravel.it

Museum „Amedeo Bocchi“, Parma

Redazione FullTravel
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Im spätachtzehnten Jahrhundert erbauten Palazzo Sanvitale gelegen, der Sitz der Stiftung Monte di Parma, geht das Museum auf die Schenkung der Werke von Amedeo Bocchi (1883-1976) durch die Erben Rina Cabassi und Emilia Bocchi zurück, Schwägerin bzw. Nichte des Künstlers. Es besteht aus Gemälden, Aquarellen, Pastellen, Studien, Zeichnungen, Skizzen und Skulpturen, die den künstlerischen Weg eines der bedeutendsten Protagonisten des italienischen 20. Jahrhunderts nachzeichnen. Der Besuch führt durch fünf Säle, in denen drei gemalte Zyklen aufbewahrt werden, die dem Künstler besonders am Herzen lagen: die Porträts seiner Tochter Bianca, die Studien und Freskoversuche für die Dekoration des Ratssaals der Parmesaner Sparkasse sowie Landschaften, Familienporträts sowie Studien, Zeichnungen und Skizzen, teils unveröffentlicht, die im letzten Saal zusammengetragen sind und das Monografiemuseum durch die weitere Schenkung der Erben im Jahr 2003 ergänzen. Amedeo Bocchi (1883-1976) lebte zwischen der emilianischen Stadt und Rom, blieb jedoch den internationalen Einflüssen treu, die er während seiner Ausbildung in der Hauptstadt aufnahm, nämlich jener Grenzlinie zwischen Symbolismus und Secessionismus, nicht frei von der Rezeption des französischen postimpressionistischen Fauvismus, vielfach entschlüsselt von den modernsten Künstlern der Region wie Garzia Fioresi und Carlo Corsi; und später blieben diese stilistischen Einflüsse als feine Ader in seinen späteren Werken erhalten, die vom „Rückkehr zur Ordnung“ der Malerei des 20. Jahrhunderts inspiriert waren. Seine Vorliebe für die Interpretation sozialer Themen und der menschlichen Figur, insbesondere der weiblichen, war der lange Weg, der in den Werken des Museums dokumentiert ist: Fior di loto, Bianca, La famiglia, Nudo femminile, Il tè, La trebbia und Esodo zeigen die Sensibilität und Qualität dieses emilianischen Künstlers, der die Malerei der Region im sensiblen Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert erneuerte. In den letzten Jahren wurde die intensive Ausstellungstätigkeit des Museums genutzt, um durch einen reichen Kalender temporärer Ausstellungen das Wissen über jene Autoren und künstlerischen Bewegungen zu vertiefen, die mit dem kulturellen Gewebe der Provinz Parma verbunden sind; zudem wurde die monografische Ausstellung des bolognesischen Malers Vasco Bendini, L’immagine accolta (2003), organisiert. 2004 folgten in Zusammenarbeit mit der Universität Parma und dank des vom C.S.A.C. – Centro Studi Archivio della Comunicazione – geliehenen Materials zwei Ausstellungen unter dem Titel La parola all’immagine, die Illustration und Satire in Parma zwischen den Kriegen behandelten, mit Werken von Giovannino Guareschi, Carlo Bisi, Erberto Carboni und Cesare Gobbo. Die zweite konzentrierte sich auf das satirische Zeichen von Giovannino Guareschi. Der Sommer 2005 fand mit der Ausstellung Sotto il colore dei quadri statt, Zeichnungen des Parmesers Bocchi, die seine Vielseitigkeit als Zeichner anhand einer chronologischen Abfolge durch die fünf Säle des Palazzo hervorhob. Neben der Ausstellungstätigkeit bot das Museum weitere kulturelle Veranstaltungen wie öffentliche Lesungen zeitgenössischer Autoren an: Im Januar 2006, zur Begleitung der Texte des Schriftstellers Vittorio Sereni, fertigte der Abstraktkünstler Enrico Della Torre, Freund und tiefer Kenner des Dichters, fünfzehn Aquarelle an, die erstmals im Multifunktionssaal des Palazzo Sanvitale gezeigt wurden. Erwähnenswert ist auch im selben Jahr die Wanderausstellung W Nairobi W von Francesco Fantini, Fotojournalist, der sich zuletzt vermehrt dem Sozialreportage zuwandte. Die Stadt Parma widmete 2007 dem gebürtigen Amedeo Bocchi eine große Retrospektive (Das Licht der Schönheit und des „wahren Lebens“; Die Skizzen von Amedeo Bocchi für den Dom von Messina), kuratiert von Luciano Caramel, die neben dem gleichnamigen Museum auch an anderen städtischen Orten (Palazzo Pigorini, Ratssaal der Sparkasse Parma und Piacenza, Bocchi-Saal in der Nationalgalerie Parma) stattfand. Zwei während der Ausstellung gezeigte Gemälde, Zwei Alte und Studie für Reise einer Seele, wurden später integraler Bestandteil der Museumsammlung und finden ihren festen Platz im Ausstellungsrundgang, ergänzt durch neue Ankäufe.

Informationen zum Museum „Amedeo Bocchi“

Via Cairoli,
43121 Parma (Parma)
0521228289
museobocchi@fondazionemonteparma.it

 Quelle: MIBACT

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