Die Königliche Bibliothek von Turin bewahrt wertvolle mittelalterliche illuminierte Handschriften – darunter die kostbaren Messbücher des Herzogs Amedeo VIII – elegante Seekarten, seltene Inkunabeln, prächtige szenografische Alben von Giovanni Tommaso Borgonio, naturhistorische Atlanten des 17. Jahrhunderts – einzigartige Exemplare inhaltlich und qualitativ – im Besitz von Herzog Karl Emanuel I. Das Theatrum Sabaudiae, 1682 in Amsterdam veröffentlicht, zeugt vom Willen der Herzöge von Savoyen, die Pracht der Hauptstadt, der Residenzen und ihres Territoriums durch farbige Tafeln mit starkem visuellen Eindruck einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.
Von außergewöhnlichem Wert ist die grafische Sammlung der Bibliothek, die König Karl Albert 1839 erworben hat. Sie besteht aus Zeichnungen großer italienischer und ausländischer Meister vom 14. bis 18. Jahrhundert und wird durch dreizehn autographische Blätter von Leonardo da Vinci zu etwas Außergewöhnlichem. Seit 1998 wird im Leonardo-Saal, der mit Unterstützung der Consulta für die Wertschätzung künstlerischer und kultureller Güter von Turin eingerichtet wurde, wertvolles bibliografisches und kunsthistorisches Material im Wechsel ausgestellt, gemäß einer klaren Strategie zur Förderung des vorhandenen Kulturerbes.

