Das Diözesanmuseum befindet sich im historischen Zentrum von Gubbio, zwischen der Kathedrale der Heiligen Jakobus und Marianus und dem Herzogspalast, der Ende des 14. Jahrhunderts von Federico da Montefeltro errichtet wurde. Der Museumsweg erstreckt sich innerhalb des Palastes des Kapitel der Kanoniker. Der im 13. Jahrhundert erbaute und später erweiterte Palast beherbergte das Kollegium der Kanoniker, die für den liturgischen Kult der Kathedrale zuständig waren, deren gemeinschaftliches Leben von Sant’Ubaldo geregelt wurde. Innerhalb eines einzigartigen und faszinierenden architektonischen Komplexes kann der Besucher die Herkunft und Geschichte der alten Diözese von Gubbio nachvollziehen. Steinmaterialien aus römischer, byzantinischer und frühmittelalterlicher Zeit wechseln sich mit interessanten Gemälden des 14. und 15. Jahrhunderts ab, einer Epoche, in der die lokale Kunstproduktion besonders blühte, sowie mit kostbaren kirchlichen Geräten und liturgischen Gewändern. Die Sammlung besteht aus Gegenständen, die aus der Kathedrale, religiösen Gebäuden der Stadt und Umgebung sowie einigen Privatbesitzstücken stammen. Im archäologischen Abschnitt finden sich römische Grabstelen, Inschriften und Grabplatten. Unter den Gemälden stechen die Tafeln des Eugubinischen Künstlers Mello hervor, der zwischen den 1320er und 1350er Jahren tätig war und die Madonna mit dem Kind darstellt. Deutliche Einflüsse von Ambrogio Lorenzetti sind zu erkennen, der auch für andere einheimische Maler häufig als Bezugspunkt diente, was darauf hindeutet, dass es in der Gegend Zeugnisse des sienesischen Malers gab, die heute verloren sind. Das 15. Jahrhundert ist gut vertreten durch Maler aus dem Umfeld von Ottaviano Nelli und einen Freskenzyklus mit Szenen der Passion Christi aus der Krypta der Kirche Santa Maria dei Laici, während die folgenden Jahrhunderte durch Werke von Benedetto Nucci, Ignazio Danti, dem Pomarancio, Francesco Allegroni und Sassoferrato repräsentiert werden. Besonders interessant ist der Messgewand (Piviale) von Marcello II., Bischof von Gubbio zwischen 1544 und 1555, eine flämische Arbeit aus dem 15. Jahrhundert, vermutlich nach einer Zeichnung von Giusto di Gand gefertigt. Ergänzt wird die Sammlung durch eine Reihe von Reliquaren und kirchlichen Geräten, Silberarbeiten und Bischofskathedralen, darunter die Silber-Staurothek von Giovanni Giardino, deren Entwurf in der Kunstbibliothek Berlin aufbewahrt wird. Von der Via Federico da Montefeltro aus kann man hinter einem Gitterfass eine große Holzbottich aus dem 15. Jahrhundert mit einem Fassungsvermögen von 387 Fässern, etwa 200 Hektolitern, die sogenannte Botte dei Canonici, sehen.
Informationen zum Diözesanmuseum Gubbio
Via Federico da Montefeltro, 22
06024 Gubbio (Perugia)
075 9274920
info@museogubbio.it
https://www.museogubbio.it
Quelle: MIBACT

