Das Museum der universitären Fakultät für Ingenieurwissenschaften befindet sich im historischen Gebäude des Geophysikalischen Observatoriums im südöstlichen Turm des Palazzo Ducale in Modena. Gegründet im Jahr 1936, dokumentiert es mit seinem Bestand an astronomischen und optischen Instrumenten, geografischen Karten und wissenschaftlichen Büchern, Erinnerungsstücken und Observationsnotizen die typische wissenschaftliche Arbeitsumgebung des vergangenen Jahrhunderts. Die alte Sternwarte bewahrt unter ihrer Ausstattung für die Untersuchung von atmosphärischen und astronomischen Phänomenen einige Geräte von besonderer Bedeutung und Qualität. Hervorzuheben ist auch eine Mondkarte aus dem 17. Jahrhundert, die vom modenischen Astronomen und Mathematiker Geminiano Montanari erstellt wurde.
Obwohl das Interesse an der Astronomie in Modena bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht, entstand ein Institut für astronomische und geophysikalische Studien erst im 19. Jahrhundert, auch durch die Optikstudien von Giambattista Amici. 1826 formell von Francesco IV. gegründet, wurde das Astronomische Observatorium unter der Leitung von Giuseppe Bianchi gestellt, der neben astronomischen Beobachtungen mit ausgefeilten Instrumenten auch meteorologische Datenerhebungen initiierte. Das wirtschaftliche Wachstum der Stadt im 19. Jahrhundert beeinflusste die Entwicklung des Observatoriums. Nach 1863, unter der Leitung von Domenico Ragona, richtete sich die Tätigkeit des Instituts verstärkt auf meteorologische Messungen und terrestrische Beobachtungen aus. Die im Jahr 1892 eingeführte neue Bezeichnung Geophysikalisches Observatorium, die bis heute beibehalten wird, markiert diese Richtungsänderung, die eine grundlegende Veränderung der Ausrüstung mit sich brachte. Im 20. Jahrhundert wurde die Tätigkeit ausgeweitet, indem die astronomischen Instrumente nicht nur instand gesetzt, sondern auch die geophysikalischen und meteorologischen Forschungen an die laufende wissenschaftliche Weiterentwicklung angepasst wurden. Zu den interessantesten im Museumsbestand befindlichen Instrumenten zählen das Fraunhofer-Fernrohr von 1821, die Teleskope des berühmten modenischen Astronomen Giovan Battista Amici aus dem Jahr 1815, der Meridianbogen von Reichenbach und Erfel aus dem gleichen Jahr, der Vergleichsapparat von Perreaux, der Verdampfungsrekorder und der Regenmesser von Domenico Ragona sowie die Himmelskugel von Delemarche aus dem Jahr 1847.
Informationen zum Astronomisch-geophysikalischen Museum Modena
Piazza Roma, 22,
41121 Modena (Modena)
0592056204
museoastrogeo@unimore.it
https://www.museoastrogeo.unimo.it/
Quelle: MIBACT

