Das städtische und diözesane Museum „La Castellina“ nimmt die gesamte Westseite des Piazza San Benedetto ein, dem Mittelpunkt der historischen Altstadt von Norcia.
Das Gebäude, errichtet 1554 nach Entwurf von Jacopo Barozzi da Vignola im Auftrag von Papst Julius III., entstand als befestigter Wohnsitz für die apostolischen Gouverneure und wurde von Anfang an zur Kontrolle der Randgebiete durch den Kirchenstaat genutzt. Als 1569 die Bergpräfektur eingerichtet wurde, wurde die Castellina zum natürlichen Sitz derselben. Nach häufigen Erdbeben im 18. Jahrhundert restauriert, diente es ab 1860 als Verwaltungsgebäude der Gemeinde, bis es 1967 zum Museum wurde.
Neben dem interessanten Museum, das es beherbergt, ist die Castellina auch aus architektonischer Sicht bedeutend. Einen Museumsbesuch verbindet man somit auch mit der Bewunderung seines Hauses, einer mächtigen und kompakten Festung in quadratischer Form.
Heute sind hier das städtische und diözesane Museum, die Massenzi-Sammlung und die ständige archäologische Ausstellung „Aufbruch ins Jenseits“ untergebracht. Ersteres vereint Kunstwerke lokaler Herkunft (kirchliche Einrichtungsgegenstände, Fresken, Gemälde auf Leinwand oder Holztafel, mehrfarbige Holz- oder Steinskulpturen, glasiertes Terrakotta) aus kirchlichem oder kommunalem Besitz, die zwischen dem 12. und 18. Jahrhundert datieren, darunter das hölzerne Kruzifix aus dem 13. Jahrhundert von Petrus Pictor aus der Fraktion Campi oder der große Altaraufsatz von Antonio da Faenza mit der Madonna mit Kind und franziskanischen Heiligen (1519), ursprünglich in der Kirche der Heiligsten Verkündigung. Giovanni Dalmata wird die Steinskulptur (Madonna mit Kind und den Heiligen Johannes dem Täufer und Evangelisten, 1469) aus der Kirche San Giovanni zugeschrieben, während die feine Gruppe der Verkündigung aus glasiertem Terrakotta von Anfang des 16. Jahrhunderts Luca della Robbia zugeschrieben wird. Die 2002 gestiftete Massenzi-Sammlung, eine der größten privaten Sammlungen Umbriens, besteht überwiegend aus Bronzefunden und etruskischen, griechischen und in geringerem Maße magno-griechischen Gefäßen, die vom 9. Jahrhundert bis zur römischen Kaiserzeit datieren. Zur Schenkung gehört auch eine mehrfarbige Terrakottastatue, die Jacopo della Quercia zugeschrieben wird.
Seit 2003 ist zudem die ständige archäologische Ausstellung „Aufbruch ins Jenseits“ eingerichtet, bestehend aus jüngsten Funden reicher Grabbeigaben, die zwischen dem späten 4. und dem 1. Jahrhundert v. Chr. in den hellenistischen Nekropolen von Colle dell’Annunziata, Popoli und der Ebene von Santa Scolastica datieren.
Informationen zum Städtischen und Diözesanmuseum von Norcia
Piazza San Benedetto,
06046 Norcia (Perugia)
0743817030
servizisociali@comune.norcia.pg.it
https://www.artenorcia.net
Quelle: MIBACT

