Das Schloss
Die Existenz der adligen Familie Sarriod, politisch verbunden, aber nicht durch Verwandtschaft mit den Herren von Bard, ist seit dem 12. Jahrhundert belegt. Die Ursprünge des Schlosses, das sich in Saint-Pierre in einer ebenen Gegend unweit der Staatsstraße befindet, bleiben dennoch unklar.
Der älteste Bauabschnitt umfasste die Kapelle und den zentralen quadratischen Turm (Donjon), umgeben von einer Ringmauer – eine typische Konfiguration der Burgen im Aostatal aus dem 10.-12. Jahrhundert.
Im Jahr 1420 ließ Jean Sarriod, an der Stelle des bereits im 14. Jahrhundert als „turris Sariodorum“ bezeichneten Turms, ein richtiges Schloss mit Repräsentationsfunktion errichten, indem er mehrere Bauteile an den vorhandenen Donjon anfügte. Dieser Umbau geht auf die Errichtung der Wendeltreppe im Turm (viret) und den Einbau der kreuzförmigen Fenster aus behauenem Stein zurück, die charakteristisch für das 15. Jahrhundert im Aostatal sind. 1478 verwandelte Jeans Sohn, Antoine Sarriod de la Tour, die der Jungfrau Maria und dem heiligen Johannes Evangelisten geweihte Kapelle, wobei die äußeren Fresken mit Kreuzigung und dem heiligen Christophorus entstanden und der kleine Glockenturm erhöht wurde. Im nördlichen Flügel, Erdgeschoss, befindet sich ein großer Dienstleistungsraum mit Holzdecke; im ersten Stock liegt der sogenannte „Kopfsaal“, benannt nach der Dekoration der Holzdecke.
Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Ringmauer mit runden und halbrunden Verteidigungstürmen verstärkt, und im Osten wurde der neue Burgeingang mit spitzbogigem Portal und gemeißeltem Archivolten mit dem Wappen der Sarriod geöffnet.
Die unterschiedlichen Niveaus in den Räumen zeugen von den aufeinanderfolgenden Eingriffen in den folgenden Jahrhunderten. Im 16. Jahrhundert entstand der Flügel, der heute die Ostfassade bildet; der Turm an der Nord-Ecke stammt aus dem 17. Jahrhundert, und einige Mauerfragmente sowie ein Stuckkamin stammen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Das Schloss blieb bis 1923 im Besitz der Familie Sarriod de la Tour und ging dann an die Familie Bensa aus Genua über. Seit 1970 gehört es der Regionalverwaltung.
Die Ausstellung
Die Ausstellung Fragmenta picta zeigt bildliche Zeugnisse aus der Burg Quart aus den Jahrhunderten 13. bis 14.
Informationen zum Schloss Sarriod de la Tour
Via Petit Saint-Bernard, 20
11010 Saint-Pierre (Aostatal/Vallée d’Aoste)
0165 904689
l.maschio@regione.vda.it
https://www.icastelli.it/castle-1234911812-castello_sarriod_de_la_tour-it.php
Vom 1. Oktober bis 31. März: 10:00/12:30 und 13:30/17:00
3,00€
Quelle: MIBACT

